Wirtschaft : IWF gibt weitere Gelder für Indonesien frei

(EST DPA)

Chef der thailändischen Zentralbank tritt zurückVON (EST/DPA) JAKARTA/ BANGKOK.Die indonesische Regierung hat gestern massive Preiserhöhungen zwischen 25 und 70 Prozent für Treibstoff und Strom angekündigt.Die drastischen Preiserhöhungen sind Zündstoff für neue Protestwellen auf dem Archipel.In Medan auf Sumatra demonstrierten gestern wieder mehr als 1500 Studenten auf demUniversitätsgelände.Die Polizei ging mit Tränengas gegen sie vor.Auch aus anderen indonesischen Städten wurden Demonstrationen gemeldet."Innerhalb einer Woche wird es einen enormen Anstieg an Unruhen und Gewalt geben", befürchtet Hermawan Sulistyo von Jakartas Institut der Wissenschaften.Adrian Lesmana, Ökonom des Brokerhauses PT BNI Securities in Jakarta, rechnet mit einem Einbruch des Börsenindex um zehn Prozent bis Freitag aus Besorgnis über drohende Unruhen.Für dieses Jahr erwartet Indonesien ein Schrumpfen der Wirtschaft um vier Prozent und eine Inflationsrate um 45 Prozent.Mit den unpopulären Preiserhöhungen für Energie will die Regierung rund 21 Billionen Rupiah (5,2 Mrd.DM) Subventionen sparen.Ihr radikaler Abbau zur Entlastung der Staatskasse ist Bestandteil der mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbarten Reformen zur Sanierung der indonesischen Wirtschaft.Unterdessen erklärte IWF-Chef Michael Camdessus in Singapur, daß der IWF noch in diesem Monat einen im März eingefrorenen Kredit über drei Mrd.Dollar - umgerechnet 5,4 Mrd.DM - freigeben will.Eine Mrd.Dollar soll noch in diesem Monat, zwei weitere im Juni und Juli ausgezahlt werden.Die Summe ist Teil des internationalen Kreditpakets in Höhe von 40 Mrd.Dollar, mit dem das bevölkerungsreichste asiatische Land wieder auf die Beine gebracht werden soll.Die Zahlung des Kredits war verschoben worden, weil Indonesien die Reformauflagen des IWF nicht erfüllt hatte.In Bankok ist unterdessen der Gouverneur der thailändischen Zentralbank zurückgetreten.Chaiyawat Wibulswasdi steht in der Kritik, durch Mißmanagement während der im vergangenen Sommer ausgebrochenen Finanzkrise die Devisenreserven des Landes erheblich geschmälert zu haben.Experten schätzen, daß Chaiyawat mit seinem Rücktritt seiner Entlassung zuvorkam.Der Zentralbank wird unter anderem vorgeworfen, die maroden und zu spekulationsfreudigen Banken des Landes nicht genügend kontrolliert zu haben.Von Thailand waren vor einem Jahr die bisher schwersten wirtschaftlichen Turbulenzen in Ostasien seit Ende des Zweiten Weltkriegs ausgegangen.Nachfolger von Chaiyawat soll der 55jährige Karrierebeamte Chatumongol Sonakul werden, das Kabinett wird am Mittwoch darüber entscheiden.Chatumongol wird insbesondere von Ministerpräsident Chuan Leekpai und seiner Demokratischen Partei unterstützt.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben