Wirtschaft : IWF kommt Kritikern entgegen

Köhler: Währungsfonds teilt Sorgen der Globalisierungskritiker

NAME

Washington (ro). Nach Ansicht von Horst Köhler, dem geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), werden von der Jahresversammlung von IWF und Weltbank am Wochenende nicht nur wichtige Signale für die Weltwirtschaft, sondern auch für die Reform des IWF und für die Schuldeninitiative für die armen Länder ausgehen. „Es nutzt nichts, jetzt in Pessimismus zu verfallen", sagte Köhler am Donnerstag in Washington. Er räumte aber ein, dass die Kritiker der Globalisierung in vielen Punkt richtig liegen. „Wir teilen viele ihrer Sorgen". Aber dies dürfe nicht zu „weniger" Globalisierung führen. „Wir brauchen mehr und bessere Globalisierung", sagte Köhler mit Blick auf Kritiker, die auch diesmal in Washington demonstrieren wollen.

Weltbank-Präsident James Wolfensohn forderte, endlich mit der Umsetzung von Reformen zu beginnen. „Wir müssen jetzt zu praktischen Schritten kommen, sonst verfehlen wir die Millenniumsziele zur Reduzierung der Armut. 2015 kommt schnell." Bis 2015 soll unter anderem die Zahl der Armen auf der Welt halbiert werden. Nach Angaben von Wolfensohn fehlen für die Entschuldungsinitiative HIPC rund 800 Millionen Dollar. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass die sieben reichsten Industrieländer (G 7) ihre Zusage wahrmachen und rund eine Milliarde Dollar für HIPC beisteuern.

Der IWF steckt nach Angaben von Köhler mitten im Reformprozess. Einen ausführlichen Bericht will der IWF-Chef in Washington vorlegen. Bezüglich der Überwachung des internationalen Finanzsystems seien schon etliche Fortschritte erreicht worden. Jetzt müsse es um klare Regeln für die Vergabe von IWF-Krediten gehen. Nicht nur Bundesbank-Präsident Ernst Welteke hatte unlängst die Vergabe des 30 Milliarden-Dollar Kredits an Brasilien kritisiert.

Obwohl der IWF seinen Ausblick für die Weltwirtschaft bereits am Mittwoch zurückgenommen hat, sieht Köhler gute Gründe für eine Wiederbelebung der Konjunktur. Es müsse darum geben, Vertrauen zurückzugewinnen. Der IWF-Chef unterstützt die Entscheidung der EU-Kommission, den Zeitrahmen des Stabilitätspaktes um zwei Jahre auf 2006 auszudehnen. „Das ist eine richtige Entscheidung". An den generellen Vorgaben müsse aber unbedingt festgehalten werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar