Wirtschaft : IWF macht Südkorea Mut

Banken wollen Kredite an das asiatische Land verlängern

TOKIO (HB/dpa/rtr).Die Aussicht auf neue Kredite für Südkorea hat der Finanzkrise in Südostasien am Dienstag nicht Einhalt gebieten können.Während der Won gegenüber dem Dollar noch schwächer schloß als am Vortag, blieb der Kurs der anderen asiatischen Währungen dank Interventionen der Zentralbanken relativ stabil.Indes werden die Auswirkungen der Krise auf die chinesische Wirtschaft immer deutlicher.Auf einem Treffen in Peking, wo Mitte Januar auch IWF-Chef Michel Camdessus erwartet wird, haben Wirtschafts- und Finanzvertreter am Dienstag die Folgen der Währungsturbulenzen in Asien diskutiert.In Asien wird seit Wochen über eine Abwertung des chinesischen Yuan spekuliert.Das aber, beteuert die chinesische Regierung immer wieder mit Nachdruck, sei nicht zu erwarten. Währenddessen betonte IWF-Generaldirektor Michel Camdessus in Seoul den positiven Verlauf der Verhandlungen internationaler Banken in New York über zusätzliche Kredite für Südkorea und eine Umwandlung kurzfristiger in längerfristige Auslandsverbindlichkeiten.Auch deutsche Banken wollen ihre Kredite nach Informationen aus Bankenkreisen um 90 Tage verlängern.Die Südkorea-Kredite deutscher Banken hatte Mitte 1997 ein Volumen von 10,8 Mrd.Dollar.Camdessus lobte außerdem die Goldsammelaktion in Südkorea als Hilfe zur Überwindung der aktuellen Finanzkrise.Überhaupt habe er bei seinem zweitägigen Besuch einen "sehr ermutigenden Eindruck gewonnen". Eine verfrühte Entwarnung lehnte er aber ab.Südkorea habe nur die "erste Schlacht und nicht schon den ganzen Krieg gewonnen".Noch stünden große Herausforderungen bevor: Etwa die hohen Zinssätze, die jedoch für die Stabilisierung des angeschlagenen Finanzmarktes unerläßlich seien.Daneben müßten Entlassungen ermöglicht werden, für die eine rechtliche Grundlage geschaffen werden müsse.Nur durch eine "klare gesetzliche Regelung" könne auch das Vertrauen ausländischer Investoren gewonnen werden.Die Unternehmen wie die Regierung müßten die Lasten der Anpassungsphase ebenso tragen wie die Arbeiter.Manager, die mit an der Krise schuld seien, müßten zur Verantwortung gezogen werden.Seoul und der IWF hatten sich Anfang Dezember auf eine vom Washingtoner Institut koordinierte internationale Finanzhilfe in Höhe von fast 60 Mrd.Dollar geeinigt.

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