IWF-Prognose : Vollbremsung für deutsche Konjunktur prophezeit

Die globale Finanzkrise bremst die Weltwirtschaft und zwingt Deutschland im kommenden Jahr in eine Stagnation. Dies erwarten die Experten des Internationalen Währungsfonds, die für 2008 in der Bundesrepublik noch ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent prognostizierten.

IWF
Die Experten im Quartier des Internationalen Währungsfonds prophezeien der deutschen Wirtschaft eine Stagnation.Foto: dpa

WashingtonDer Abwärtstrend der Weltwirtschaft in Folge der Finanzkrise wird die Konjunkturentwicklung in Deutschland nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) komplett zum Stillstand bringen. In ihrem am Mittwoch in Washington vorgelegten Herbstgutachten zur Entwicklung der Weltwirtschaft korrigierten die IWF-Experten ihre Wachstumsprognose für Deutschland abermals nach unten und sagten für 2008 ein Plus von 1,8 Prozent voraus, während sie für das kommende Jahr ein Stagnieren der Konjunktur mit null Prozent Wachstum erwarten. Für die Eurozone prognostiziert der Fonds für 2009 eine Konjunkturbremsung auf ein Wachstum von nur noch 0,2 Prozent, für die USA erwartet er 0,1 Prozent Wachstum.

In ihrem Gutachten sehen die IWF-Experten die Weltwirtschaft in der größten Krise seit Jahrzehnten. "Angesichts des gefährlichsten Finanzschocks auf den entwickelten Finanzmärkten seit den 1930er Jahren tritt die Weltwirtschaft in eine größere Abschwungphase ein", heißt es in der Prognose. Eine "mäßige Erholung" sei frühestens im kommenden Jahr zu erwarten, allerdings stelle sich die Lage derzeit "außergewöhnlich ungewiss" dar. Viele entwickelte Volkswirtschaften seien der Rezession nahe oder hätten diese bereits erreicht.

Ursprünglich Wachstum prognostiziert

Noch im Juli hatte der IWF für dieses Jahr zwei Prozent Wachstum in Deutschland erwartet und einen Prozent für 2009. Für die gesamte Weltwirtschaft senkten die Experten ihre Prognose auf drei Prozent für 2008 und 2009, also knapp ein Prozentpunkt weniger als in der letzten Prognose.

Für den Westen Europas erwartet der IWF einen "bedeutenden Rückgang" der Wirtschaftsaktivitäten, ehe in der zweiten Hälfte 2009 eine "graduelle Erholung" beginnen könnte. "Europa ist von mehreren Schockwellen getroffen, die die konjunkturelle Entwicklung verlangsamen", heißt es in dem Gutachten. Insbesondere die Folgen der Finanzkrise seien eine Last für die Wirtschaft. Auch die hohen Energie- und Lebensmittelpreise sowie die schwierige Lage auf dem Immobilienmarkt in manchen europäischen Ländern drückten das Wachstum. (pb/AFP)

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