Wirtschaft : IWH: Exportzuwachs der Ost-Industrie

Aber ein Drittel der Unternehmen mit Auslandsgeschäften erwirtschaften 1997 Verluste BERLIN/HALLE (kö).Die Exportdynamik in der ostdeutschen Industrie ist nach Einschätzung des IWH nicht unbedingt Ausdruck gestärkter Wettbewerbsfähigkeit.Die Ertragslage der Unternehmen mit Exportproduktion sei schlechter als im Durchschnitt aller Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes.Ein Drittel der Betriebe mit Auslandsgeschäften habe sich 1997 in der Verlustzone befunden, schreibt das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) in seinem jüngsten Bericht.Bei Unternehmen ohne Auslandsgeschäfte sei es nur ein Fünftel gewesen.Da die Gewinnunternehmen in beiden Gruppen etwa gleich stark präsent seien, sei die Ertragslage der Export-Unternehmen im Durchschnitt schlechter als bei denen ohne Auslandsumsatz.Exporterfolge im Ausland trügen zur Stabilisierung der Unternehmen nur bei, wenn sich ihre Ertragslage dadurch verbessere, so das IWH.Den Angaben des Forschungsinstitus zufolge lag 1997 im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe der Auftragseingang aus dem Ausland um 36 Prozent (Westdeutschland: 12,6 Prozent) höher als im Jahr davor.Auch der Anstieg des Auslandsumsatzes übertraf mit 30 Prozent die westdeutsche Rate (12,5 Prozent).Trotz dieser starken Zuwächse, falle der Beitrag der ostdeutschen Industrie am Auslandsumsatz des gesamtdeutschen Verarbeitenden Gewerbes mit drei Prozent (1996: 2,6 Prozent) aber nach wie vor sehr gering aus.Die einzelnen Zweige der ostdeutschen Industrie entwickelten sich 1997 sehr unterschiedlich.An der Spitze rangieren laut IWH die Produzenten von Investitionsgütern mit einem Zuwachs des Auslandsumsatzes von 45 Prozent.Hier konnten vor allem die Hersteller von elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen, sowie von Maschinenbauerzeugnissen zulegen.Mit dem Absatz von Gebrauchs- und Verbrauchsgütern wurde dagegen nur ein unterdurchschnittliches Ergebnis erreicht.Mit knapp 15 Prozent bleibe die Exportquote der ostdeutschen Unternehmen um mehr als 18 Prozent unter dem Durchschnitt des westdeutschen Verarbeitenden Gewerbe.Fast die Hälfte der Ausfuhren ging in die Länder der Europäischen Union.Kräftig expandierten die Warenausfuhren in den amerikanischen und asiatischen Raum, allerdings von einem sehr niedrigen Niveau aus.Die Erschließung von Auslandsmärkten bringe laut Bericht des Forschungsinstituts in Halle zusätzliche Kosten mit sich, die aufgrund der internationalen Konkurrenz nur schwer über die Preise abzugelten seien.Zumeist könnten nur Unternehmen mit neuartigen Produkten diesen zusätzlichen Kostendruck überwinden.Auch unterliege die Exportproduktion besonders drastisch den konjunkturellen Schwankungen.Schließlich verlören die Wachstumsimpulse, die bis in den Herbst von der Außenwirtschaft ausgegangen seien, derzeit an Kraft.Die Unternehmen in den neuen Bundesländern seien deshalb gut beraten, sich auf die Zeit nach dem Exportboom einzustellen, warnt das IWH.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben