Wirtschaft : Ixos muss seine Bilanzen korrigieren

Mitarbeiter des Software-Herstellers fälschte Aufträge

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Berlin/München (msh/dpa). Der Softwarehersteller Ixos muss seine Bilanzen wegen gefälschter Umsatzzahlen korrigieren. Ein Vertriebsmitarbeiter in Belgien habe sechs Kundenaufträge mit einem Umsatzvolumen von 1,1 Millionen Euro gefälscht, teilte das im TecDax notierte Unternehmen in einer Pflichtmitteilung mit. Der operative Gewinn des Unternehmens sei deshalb im vergangenen Jahr um eine Million Euro zu hoch ausgewiesen worden. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002/2003 (Ende: 30. Juni) machte das Unternehmen wegen hoher Akquisitionskosten und Währungseffekten wieder einen Verlust.

Der Betrugsfall bei Ixos ist ein herber Rückschlag für den Tec-Dax. Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz bezeichnete den Betrugsfall als verheerend für das Image des Tec-Dax: „Es erinnert zu sehr an die alte Zeit.“ Der neue Börsenindex war Ende März mit dem Ziel aufgelegt worden, die Technologiebranche vom schlechten Image des Neuen Marktes zu befreien. Während des Börsenbooms hatten am Neuen Markt notierte Unternehmen wie EM.TV oder Infomatec mit zum Teil kriminellen Machenschaften viele Anleger geschädigt und den Ruf des Börsensegments ruiniert.

Auch Ixos gehörte zu den Problemfällen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelte wegen des Verdachts des Insiderhandels gegen ehemalige Anteilseigner der Gesellschaft. Bei dem aktuellen Betrugsfall habe es sich um ein „isoliertes Einzelereignis“ gehandelt, heißt es. Das Unternehmen habe Kontrollmechanismen, die dem Standard in der Industrie entsprächen. Der Kurs der Ixos-Aktie stürzte zu Handelsbeginn um 21 Prozent in den Keller, erholte sich dann aber wieder. Zum Börsenschluss lagen die Papiere nur noch um 4,86 Prozent im Minus bei 4,11 Euro. Der Betrugsfall habe nichts mit den Skandalen am Neuen Markt gemeinsam, sagte ein Händler. So zeigte sich der Tec-Dax insgesamt unbeeindruckt: Der Index kletterte bis 20 Uhr um 1,1 Prozent auf 412 Punkte und schnitt damit besser ab als die anderen deutschen Börsenindizes.

Ixos verbuchte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002/2003 einen operativen Verlust von 0,75 (Vorjahr: plus 3,9) Millionen Euro. Der Konzernumsatz sei auf 91,9 (86,5) Millionen Euro gestiegen.

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