Wirtschaft : J.P.Morgan setzt im Jubiläumsjahr auf Spezialfonds

REINER REICHEL (HB)

Im zehnten Jahr des Bestehens hat sich die J.P.Morgan Investment GmbH viel vorgenommen: Das Neugeschäft bei Spezialfonds soll 1999 um 20 Prozent steigen, doppelt so schnell wie im vergangenen Jahr.Dabei legt die Gesellschaft nach den Worten des Sprechers der Geschäftsführung, Peter Schwicht, besonderes Augenmerk auf Ertragsqualität.Reines Volumenwachstum werde nicht angestrebt.

Derzeit hat J.P.Morgan Investment 8,5 Mrd.DM (Stand Februar 1999) unter Verwaltung im Vergleich zu 7,8 Mrd.DM im Mai 1998.Damit rangiert die Gesellschaft in Deutschland laut Schwicht unter den ausländischen Kapitalanlagegesellschaften (KAG) an Nummer eins mit einem Marktanteil von 22 Prozent.Insgesamt beträgt das Spezialfondsvolumen ausländischer Kapitalanlagegesellschaften 37,4 Mrd.DM.Auf Platz zwei folgt Credit Suisse (Marktanteil 17 Prozent) noch vor Invesco und Mercury (jeweils 16 Prozent) sowie UBS-Invest (12 Prozent).Allerdings ist der Anteil der Ausländer am gesamten Fondsvolumen von rund 775 Mrd.DM immer noch sehr klein.

J.P.Morgan kann für sich mit Blick auf die vergangenen zehn Jahre in Anspruch nehmen, mit einer jährlichen Steigerungsrate von rund 59 Prozent mehr als doppelt so stark wie der Gesamtmarkt (rund 24 Prozent) gewachsen zu sein.Insgesamt verwaltete J.P.Morgan Investment zum Jahreswechsel weltweit für deutsche Kunden Vermögen über 13,9 Mrd.DM.Neben dem Schwerpunkt Spezialfonds entwickelt sich die Zusammenarbeit mit dem Fondsflaggschiff der Sparkassen, Deka, sehr erfolgreich.Hier besteht eine Kooperation bei Fonds, die einen außereuropäischen Schwerpunkt besitzen.Die Grenze von 4 Mrd.DM sei inzwischen überschritten worden, strich Schwicht heraus.Jüngstes Erfolgsbeispiel sei ein seit April zum Vertrieb zugelassener Pharmatechnologie-Fonds.Der Fonds habe bereits 1,2 Mrd.DM einsammeln können.

Das Volumen der Investmentberatung liegt bei rund 1 Mrd.DM und die Vermögensverwaltungsmandate außerhalb Frankfurts (von London und New York) addieren sich auf über 2 Mrd.DM.Im Publikumfondsbereich ist die Gesellschaft nur schwach vertreten mit einem Volumen von unter 0,5 Mrd.DM.Hier werde sich in Zukunft kaum etwas ändern, betonte Geschäftsführer Philipp M.Zenz-Spitzweg.Im als interessant erachteten Bereich der Fonds Altervorsorge Sondervermögen (AS) fehle derzeit noch eine klare steuerliche Gesetzgebung.Außerdem wäre man hier auf einen Partner mit einem starken Vertrieb im Bereich der Privatanleger angewiesen.

Als großes Plus gegenüber der Konkurrenz siehtSchwicht die Einbettung der Investment GmbH mit ihren acht Portfoliomanagern und insgesamt 56 Mitarbeitern in das weltweite Netz von J.P.Morgan.Hier seien rund 2300 Beschäftigte im institutionellen Investmentmanagement aktiv.Insgesamt werden 528,9 Mrd.DM rund um den Globus verwaltet.

Auf das Know how, die Expertise der ausländischen Kollegen könne die Gesellschaft zurückgreifen.Während im Spezialfondsmarkt in Deutschland immer noch gemischte Fonds das Bild bestimmen, sind es bei J.P.Morgan rund 50 Prozent reine Aktien- und etwa 40 Prozent reine Rentenmandate.Diese Vorgehensweise wird sich nach Ansicht von Schwicht immer mehr durchsetzen.

Die Konkurrenz neuer ausländischer Gesellschaften im KAG-Bereich kann J.P.Morgan nicht schrecken.Für Zenz-Spitzweg ist mindestens ein Volumen von 5 Mrd.DM unter Verwaltung nötig, damit Geld verdient wird.Die Margen lägen bei 0,03 bis 0,50 Prozentpunkten im Zins- und 0,10 bis 0,80 Prozentpunkten im Aktienbereich, ergänzte Schwicht.

Die aktuelle Anlagestrategie an den Märkten skizzierte der Sprecher wie folgt: Bei Aktien wird Europa übergewichtet mit Blick auf anstehende Restrukturierungen im Zuge des Euros.In den USA dürften die Gewinnprognosen durch die Realität künftig eher enttäuscht werden - deshalb wird leicht untergewichtet.Japan hingegen wird derzeit noch als neutral eingeschätzt, wobei J.P.Morgan hier auf eine Höhergewichtung lauert.Anleihen sollten das Zinstal bald durchschritten haben.Von Japan gehe die Gefahr steigender Renditen aus.

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