Wirtschaft : Jack White verlässt Berlin und wechselt den Aufsichtsrat aus

Berlin - Die Berliner Musikfirma Jack White (JWP) zieht nach München. Einen entsprechenden Beschluss wollen sich Vorstand und Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung am 3. Juli in München von den Anteilseignern genehmigen lassen. Dies ist der Einladung zu dem Aktionärstreffen zu entnehmen. JWP-Vorstandschef Peter Stein hatte Gerüchte, die traditionsreiche Firma wolle Berlin verlassen, im April noch dementiert. Einer Befragung der Eigentümer folgte nun der Entschluss, nach München zu ziehen. Größte Aktionäre von JWP sind die Effecten-Spiegel AG mit 20 Prozent sowie der Investor Heinz Heiler mit 7,86 Prozent.

Das börsennotierte Unternehmen war 2006 nach einem Umsatzeinbruch tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Minus lag bei acht Millionen Euro. Absatzprobleme und Abschreibungsbedarf im US-Geschäft sowie Einbußen auf dem deutschen Musikmarkt setzten der Traditionsfirma schwer zu. Zuletzt hatte Vorstandschef Stein allerdings eine Erfolgsmeldung verkündet: Über seine jüngste Beteiligung an der Musik-Managementfirma 313 Music profitiert Jack White vom Sieg des Sängers Mark Medlock bei der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“. Der Medlock-Titel „Now or Never“ hatte sich Stein zufolge bis Ende Mai gut 160 000 mal verkauft. Dies solle dazu beitragen, JWP im laufenden Jahr schneller als geplant in die schwarzen Zahlen zurückzubringen.

Auf der Hauptversammlung in knapp drei Wochen soll auch der Aufsichtsrat des Unternehmens ausgetauscht werden. Laut Einladung scheiden der langjährige Aufsichtsratschef Hartmut Fromm sowie Albert Czapski aus dem Gremium aus. Stattdessen wurden Marlis Weidtmann sowie Manfred Gustav Karl Atzert, zwei in der Musikbranche bisher nicht in Erscheinung getretene Kaufleute, für den Aufsichtsrat nominiert. Da JWP immer noch keinen Finanzvorstand hat, ändert das Unternehmen zudem seine Satzung. In Zukunft kann danach auch Alleinvorstand Stein bis auf Weiteres die Finanzen der Gesellschaft verwalten. mot

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