Jänschwalde : Modernisierung des Kraftwerks abgeschlossen

Die insgesamt rund 1,9 Milliarden Euro teure Modernisierung des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde in der Lausitz ist beendet. Der Wirkungsgrad sei dabei um 13 Prozent erhöht worden, hieß es bei Vattenfall.

Peitz - Die Turbinentechnik sei innerhalb von 15 Jahren aufwändig erneuert worden, sagte Vorstandssprecher Reinhardt Hassa am Mittwoch. Bezogen auf die jährlich produzierte Netto-Strommenge von rund 21 Millionen Megawattstunden stießen die Turbinen jetzt rund 1,1 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger aus. Der Wirkungsgrad sei um 13 Prozent erhöht worden.

Die Steigerung des Wirkungsgrades der 500 Megawatt starken Jänschwalder Dampfturbinen hat den Angaben zufolge rund 675 Millionen Euro gekostet. Insgesamt wurden für Umbauten im Kraftwerk Jänschwalde fast 1,9 Milliarden Euro ausgegeben. So wurden neben den Turbinen auch Elektrofilter zur Entstaubung, Anlagen zur Entschwefelung des Rauchgases sowie neue Leittechnik installiert.

Grüne: Deutschlands größter Klimakiller

Nach Ansicht der Grünen-Bundestagsabgeordneten Cornelia Behm ist die "Kosmetik am Kraftwerk Jänschwalde falsch". Investitionen in alte Technik wie die Braunkohleverstromung seien der falsche Ansatz für die Modernisierung der Stromgewinnung in Deutschland. Dabei würden Mittel gebunden, die dringend in erneuerbare Energien gesteckt werden müssten. Vattenfall müsse sich noch stärker bei den Zukunftstechnologien der erneuerbaren Energien engagieren. Das Kraftwerk Jänschwalde sei Deutschlands größter Klimakiller mit einem Jahresausstoß von 25 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Damit stammten rund drei Prozent des Kohlendioxid-Jahresausstoßes in Deutschland aus diesem "Dinosaurier der Lausitz".

Hassa betonte jedoch, die Steigerung des Wirkungsgrades des Kraftwerks Jänschwalde entspreche der Leistung von etwa 287 Windenergie-Anlagen. Entscheidung für eine spezifische Form der Stromerzeugung müssten immer die jeweiligen Produktionsbedingungen in die Bewertung einbezogen werden. Das führe bei Vattenfall zu einem "breiten Erzeugungsmix auf Basis fossiler wie erneuerbarer Energieträger". Dabei habe auch die Windkraft ihren Platz. (tso/ddp)

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