Wirtschaft : Jahr-Familie verkauft großes Henkel-Paket

Größter Einzelaktionär kassiert 434 Millionen

Düsseldorf - Die Hamburger Verlegerfamilie Jahr hat sich am Dienstag überraschend von ihrer Beteiligung am Düsseldorfer Konsumgüter-Konzern Henkel getrennt. Die Familie verkauft 11,2 Millionen Aktien im Wert von 434 Millionen Euro. Die Jahrs hielten nach Angaben der Deutschen Bank bisher 6,3 Prozent der Vorzugsaktien.

Die Gründe für den Verkauf der lukrativen Beteiligung an dem Hersteller von Persil und Pritt blieben vorerst im Dunkeln. Die Jahr-Vermögensverwaltung teilte lediglich lapidar mit, die Veräußerung dieses Aktienpaketes habe „ausschließlich interne Gründe“, ohne diese näher zu erläutern. Die Jahr-Vermögensverwaltung war seit etwa zehn Jahren an Henkel beteiligt. Die Stimmrechtsmehrheit der Familie Henkel von 51,48 Prozent, die in einem Aktienbindungsvertrag gesichert sei, bleibe davon unberührt, erklärte das Unternehmen.

Als Reaktion auf den Verkauf brach der Kurs der Henkel-Aktien am Börsenplatz Frankfurt ein, bis Handelsschluss verloren die Papiere 4,42 Prozent auf 38,04 Euro. Analysten gingen jedoch nur von einer kurzfristigen Wirkung dieser Nachricht aus. Die Anleger reagierten halt „verschnupft“ auf solche Ereignisse, hieß es. „Keine große Bedeutung“ misst auch Iris Schäfer, Analystin der Landesbank Baden-Württemberg, dem Ausstieg des größten Einzelinvestors bei Henkel bei. Der Konsumgüterproduzent sei vielmehr auf dem besten Weg, seine vorsichtige Wachstumsprognose von vier Prozent in diesem Jahr wieder zu übertreffen.

Spekuliert wird nun, was wohl die Jahrs mit den Millionen anstellen könnten. Denn die Jahr-Familie ist auch mit 25,1 Prozent an Europas größtem Printkonzern Gruner + Jahr („Stern“, „Geo“) beteiligt. Die derzeit dritte Generation der Verlegerfamilie versucht das Imperium zusammenzuhalten. Der Gesamtwert der Investments belief sich bisher nach Branchenangaben auf rund 2,5 Milliarden Euro. ire/hps (HB)

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