Jahrelanger Schuldenstreit : Argentinien einigt sich mit US-Hedgefonds

Nach 15 Jahren kommt der Konflikt zwischen Argentinien und einigen US-amerikanischen Hedgefonds überraschend zum Ende.

Argentiniens Präsident Mauricio Macri darf den Schuldenstreit mit der nun erreichten Einigung hoffentlich bald abschließen.
Argentiniens Präsident Mauricio Macri darf den Schuldenstreit mit der nun erreichten Einigung hoffentlich bald abschließen.Foto: dpa

Nach jahrelangem Tauziehen hat Argentiniens Regierung den Schuldenstreit mit mehreren US-Hedgefonds beigelegt. Argentinien sei bereit, den Hedgefonds NML Capital, Aurelius und zwei anderen Fonds 4,65 Milliarden Dollar (4,25 Milliarden Euro) zu zahlen, teilte der in dem Streit eingesetzte Vermittler Daniel Pollack am Montag in New York mit. Das sind 75 Prozent der ursprünglich von den Fonds geforderten Summe.

Die Grundsatzeinigung war demnach am Sonntagabend erzielt worden, noch am Tag selbst hoffte der konservative Staatschef Mauricio Macri. auf eine Einigung "innerhalb der nächsten Wochen". Laut Pollack geht der Streit damit in die "letzte Etappe". Die Einigung müsse noch vom argentinischen Parlament abgesegnet werden.

Kirchner verweigerte die Zahlung

Die beiden Fonds hatten nach der Staatspleite Ende 2001 argentinische Schuldscheine billig aufgekauft und verlangten den Nennwert der Staatsanleihen. Der US-Bundesrichter Thomas Griesa entschied später, dass Argentinien erst den beiden Hedgefonds 1,3 Milliarden Dollar auszahlen müsse, ehe es die Forderungen weiterer privater Gläubiger begleichen darf.

Die damalige linke Regierung von Präsidentin Cristina Kirchner verweigerte die Zahlung der Summe. Anders als die klagenden US-Hedgefonds hatten mehr als 90 Prozent der Gläubiger Argentiniens in den Jahren 2005 und 2010 einem Schuldenschnitt zugestimmt und auf bis zu 70 Prozent des Gelds verzichtet.
Macri will seinem Land wieder Zugang zu den internationalen Kapitalmärkten verschaffen und hat deswegen im Schuldenstreit versöhnlichere Töne angeschlagen als seine Vorgängerin. Eine Einigung mit Investoren könnte dem klammen Land helfen, wieder an frisches Geld zu kommen. AFP/Reuters

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