Jahresabschluss : SAP streicht Jobs und knausert mit Prognose

Trotz sinkender Auftragszahlen im Schlussquartal hat SAP das abgelaufene Jahr mit einem deutlichen Gewinnplus beendet. Für 2009 ist der Softwarehersteller allerdings zurückhaltend - und baut vorsichtshalber tausende Stellen ab.

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Die SAP-Chefs Leo Apotheker (l.) und Henning Kagermann sind trotz Wirtschaftskrise gut gelaunt. - Foto:dpa

Walldorf Der Softwarehersteller SAP weitet angesichts der Konjunkturkrise sein Sparprogramm aus und streicht bis Jahresende rund 3000 Stellen. Das sind knapp sechs Prozent der Belegschaft. Damit will SAP von 2010 an jährlich 300 bis 350 Millionen Euro einsparen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Walldorf mitteilte. Auf Entlassungen will der Konzern offenbar weitgehend verzichten und vor allem die "natürliche Fluktuation" wie Pensionierungen und freiwillige Abgänge "konsequent ausnutzen".

Für dieses Jahr wagt SAP kaum konkrete Prognosen, stellt allerdings eine bereinigte operative Marge zwischen 24,5 und 25,5 Prozent in Aussicht. Das schließt Kosten zwischen 200 und 300 Millionen Euro für den Stellenabbau ein, die die Marge um zwei bis drei Prozentpunkte drücken. Die Marktbedingungen blieben schwierig, betonte das Unternehmen.

Gewinn steigt, Aufträge gehen zurück

Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Umsatz von 10,24 auf 11,73 Milliarden Euro. Der operative Gewinn erhöhte sich von 2,8 auf 3,3 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente SAP 2,23 Milliarden Euro und damit 14 Prozent mehr als 2007. "2008 teilt sich in zwei vollkommen unterschiedliche Hälften ein. Das starke erste Halbjahr wurde abrupt von der Finanzkrise beendet", sagte Co-Chef Henning Kagermann. "Als die Krise einschlug, haben wir rasch reagiert und Maßnahmen zur Verringerung der Kosten eingeleitet."

Im vierten Quartal erhöhte sich der Umsatz trotz des weltweiten Konjunkturabschwungs von 3,24 auf 3,48 Milliarden Euro. Der Umsatz mit Software und Software-bezogenen Dienstleistungen legte von 2,47 auf 2,66 Milliarden Euro zu. Den operativen Gewinn steigerte SAP von 1,1 auf 1,3 Milliarden Euro. Allerdings verzeichnete das Unternehmen einen drastischen Auftragsrückgang und verkündete einen Einstellungsstopp.

An der Börse in Frankfurt nahmen Anleger die Zahlen von Europas größter Hersteller von Unternehmenssoftware positiv auf. Die Aktie des Dax-Konzerns verbesserte sich bis zum Mittag um gut fünf Prozent. Für Käufe sorgte unter anderem die Aussage von Finanzvorstand Werner Brandt, auch im laufenden Jahr eine Dividende zu zahlen. (sf/dpa/AFP)

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