Jahresbilanz : Sieben Milliarden für Sportartikel

Branche zieht auf Messe positive Jahresbilanz.

München - Während sich viele Deutsche angesichts des Wetters nach wärmeren Temperaturen sehnen, kann Adalbert von der Osten dem kalten Winter nur Gutes abgewinnen. „Wir stehen mitten in einer Wintersaison, die Freude macht“, sagt der Geschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI). Denn Schnee und Kälte beflügeln die Wintersportbranche. Die Stimmung auf der am Sonntag eröffneten Sportartikelmesse Ispo in München ist aber nicht nur wegen des Wetters, sondern auch wegen der Umsätze gut: 2008 wuchs der Branchenerlös um drei Prozent auf 7,1 Milliarden Euro. Auch der Ausblick auf das laufende Jahr fällt positiv aus: „Wir sindzuversichtlich, auch 2009 von allen im Einzelhandel am besten abzuschneiden“, sagt Werner Haizmann, Präsident des Sportfachhandelsverbandes VDS.

Vor allem Skihelme sorgten für zusätzlichen Umsatz. Die Berichte über den tragischen Unfall von Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus brachte vielen Menschen die Erkenntnis, dass ein Helm Leben retten kann. Ausverkauft sei die begehrte Ware zeitweise gewesen, berichtet Haizmann. Aber dank über Nacht angekurbelter Nachproduktion beim global führenden Helmhersteller Uvex könne der Handel wieder liefern. „Toll, dass es so eine Firma gibt", schwärmt Haizmann. Das Besondere an ihr ist, dass der Fürther Mittelständler mit 330 Millionen Euro Jahresumsatz als einer von wenigen in der Sportartikelbranche noch in Deutschland produziert. Das Werk Lederdorn im bayerischen Wald läuft auf Hochtouren.

Gingen vergangenen Winter im deutschsprachigen Alpenraum noch rund 800 000 Helme über den Tresen, wuchsen die Verkäufe diese Saison auf bislang 1,4 Millionen Stück, schätzt der BSI.

Auch das Geschäft mit Sportkleidung, das mittlerweile die Hälfte der Umsätze ausmacht, läuft gut. „Was früher nur Bergsteiger trugen, zieht man heute zum Spaziergang im Park an“, sagt BSI-Geschäftsführer von der Osten. Das Segment Outdoor habe nun das ganze Jahr über Saison. Negativ entwickelt sich allerdings das Geschäft mit Skiern, da immer mehr Freizeitsportler ihre Bretter ausleihen. Rund 350 000 Paar Ski würden heute in Deutschland jährlich verkauft. Vor acht Jahren waren es noch doppelt so viele. tmh

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