Wirtschaft : Jahreszeit wirkt sich kaum auf Arbeitslosigkeit aus

Im Mai 471 400 Erwerbslose in der Region Berlin-Brandenburg

BERLIN (mot).Die Arbeitslosigkeit in Berlin und Brandenburg hat sich im Mai deutlich weniger verringert als sonst in diesem Monat.Der leichte Rückgang der regionalen Arbeitslosenquote auf 16 Prozent (minus 0,2 Prozent) im Vergleich zum April sei ausschließlich jahreszeitlich bedingt, teilte das Landesarbeitsamt am Freitag mit.Dies sei zum Teil auch auf die rückläufige Entlastung durch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen zurückzuführen, bilanzierte Klaus Clausnitzer, Präsident des Landesarbeitsamtes.Weniger Arbeitslose gab es vor allem in Bau- und baunahen Berufen, in der Landwirtschaft und im Gastgewerbe. Ende Mai waren in der Region insgesamt 471 400 Menschen ohne Arbeit, 3800 weniger als im April, aber 57 700 mehr als im Vorjahresmonat.In Berlin wurden im Mai 262 900 Arbeitslose registriert, die Quote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen lag bei 15,4 Prozent (Mai 1996: 13,7 Prozent).Damit waren 900 weniger Menschen arbeitslos als im April, im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl aber um 29 700.Dabei waren im Ostteil der Stadt 97 300 (14,9 Prozent) und im Westteil 165 600 (15,8 Prozent) Erwerbslose gemeldet.Auch in Brandenburg war der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Mai geringer als üblich.Insgesamt waren dort am Monatsende 208 500 Menschen ohne Arbeit, 2900 weniger als im April, jedoch 28 100 mehr als vor einem Jahr.Mit einem Anstieg der Erwerbslosenzahlen von 15,5 Prozent im Jahresvergleich bilde Brandenburg das Schlußlicht der ostdeutschen Ländern, erklärte Clausnitzer.Die Arbeitslosenquote lag im Mai bei 16,8 Prozent (Mai 1996: 14,7 Prozent). 142 60 Frauen und Männer nahmen im Vormonat in Berlin und Brandenburg arbeitsmarktpolitische Instrumente in Anspruch.Der Arbeitsmarkt sei dadurch spürbar entlastet worden, allerdings in kontinuierlich verringertem Ausmaß, so Clausnitzer.So habe sich die Zahl der ABM-Beschäftigten im Vergleich zu Mai 1996 um 4500 auf 35 800 reduziert, in Maßnahmen zur produktiven Arbeitsförderung wurden mit 18 200 Menschen 8400 weniger beschäftigt."Arbeitsmarktpolitik ist die einzige Perspektive für viele Erwerbslose", sagte Clausnitzer, "wir können darauf nicht verzichten." Alarm schlug am Freitag der Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg.15 180 arbeitslose Bauarbeiter in Berlin und 16 412 in Brandenburg seien nicht nur mit dem Konjunkturabschwung zu erklären, sondern vor allem mit der nach wie vor zu hohen Zahl von ausländischen Billiglohnanbietern.Hauptgeschäftsführer Axel Wunschel forderte, das Arbeitsamt müsse die Einhaltung des Mindestlohngesetzes stärker kontrollieren.Das Berliner verarbeitende Gewerbe verzeichnete im 1.Quartal 1997 einen leicht gedämpften Beschäftigungsrückgang.Laut Statistischem Landesamt waren in 955 Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern durchschnittlich rund 128 200 Personen beschäftigt.Das waren zwar 9,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, im 4.Quartal 1996 hatte der Rückgang aber noch 11,4 Prozent betragen.

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