Wirtschaft : Jamaika, wir kommen

Dreadlocks sind in, kosten nach dem Einflechten aber viel Pflege

Julia Gebert

Wer nicht Jahre warten will, bis die Haare lang gewachsen sind, kann sich vom Friseur in ein paar Stunden Extensions – also Haarverlängerungen – machen lassen. Mit einer Haarverlängerung wird der kinnlange Kopfschmuck bis zur gewünschten Gesamtlänge mit Kunst- oder Echthaar ergänzt. Jede neue Strähne wird einzeln um ein Bündel eigener Haare gelegt und leicht erwärmt mit dem Haar verschmolzen. Das Ganze dauert fünf bis sechs Stunden, und der Haarwuchs-Zeitraffer hat seinen Preis: Beim Coiffeur Lamotte in den Arkaden am Potsdamer Platz kostet eine Vollverlängerung 450 Euro, das Einflechten einer einzelnen Strähne in blau, rot oder schwarz kostet dafür nur 5,30 Euro.

Wer seinen langen Haaren einen exotischen Look verpassen will, kann sie im Afro-Shop zu Dreadlocks flechten und drehen lassen. Der Filz-Look, der aus der Alternativ-Szene stammt, hat die früheren, exakt geflochtenen Rastazöpfchen weitgehend verdrängt. Um genau so dicke, volle Dreadlocks wie Bob Marley zu bekommen, werden die einzelnen Strähnen nur ein Stück am Haaransatz geflochten, anschließend in sich verdreht und mit speziellem Haarwachs bearbeitet – das kann insgesamt gut drei bis vier Stunden dauern. Die Filz-Zöpfe müssen zu Hause nachbehandelt werden: Damit die Dreads nicht auseinander fallen, muss man sie mit einem speziellen Shampoo waschen, immer wieder mit Wachs behandeln und fleißig drehen. Dafür geeignet sind das Shampoo der Marke African Pride für 5,50 Euro und das Wachs von Let’s dred für 7,50 Euro. Beides ist im Afroshop Cocoon Beautycare in der Winterfeldstraße 37 in Berlin erhältlich. Dort bekommt man auch alle gewünschten Frisuren – Rastalocken kosten um die 250 Euro, Dreadlocks etwa 150 Euro.

Ganz neu: Corn Rows

Wer eine neue Variante möchte, kann sich Corn Rows frisieren lassen. Dabei werden die Zöpfe zunächst an der Kopfhaut entlang geflochten, so dass nur ein Teil der Rastas frei fliegt. Für viele Zopffrisuren braucht man keinen Friseur. Der Magic Twist Hairstyler (24,99 Euro) von Babyliss dreht zwei Haarsträhnen zunächst einander entgegengesetzt, dann in die gleiche Richtung bis eine twistige Haar-Kordel entsteht. Wer minimalistisch veranlagt ist, kann einen Irokesen-Schnitt oder ein Kopfhaut-Tattoo wählen – das lässt sich unter nachwachsendem Haar wieder verstecken.

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