Wirtschaft : Jamba AG: Mit dem Handy ins Internet

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Ein Jahr nach dem profitablen Verkauf ihres Internet-Auktionshauses Alando an den Marktführer Ebay haben Deutschlands bekannteste Internet-Gründer, Alexander, Oliver und Marc Samwer, Max Finger und Ole Brandenburg, ein neues Unternehmen gestartet: die Jamba AG mit Sitz in Berlin. Sie baut ein Portal für das mobile Internet auf dem Handy auf. Das Ziel ist ehrgeizig: Jamba soll "das führende Portal für das mobile Internet in Deutschland und Europa werden", sagte Marc Samwer bei der Vorstellung am Dienstag in Berlin.

Was Yahoo für den stationären PC ist, soll Jamba für das Handy werden. Von unterwegs können die Nutzer damit das aktuelle Börsengeschehen verfolgen, ihren Broker beauftragen, Nachrichten aus Politik, Wirtschaft oder Sport abrufen, mit einem Routenplaner den besten Weg durch den Stau finden, Musik und TV-Programme herunterladen oder sich über das Unterhaltungsangebot des Abends informieren und gleich Tickets bestellen. Möglich ist dies schon mit jedem SMS-Handy, schneller wird es mit der neuen GPRS-Technik, die in den nächsten Monaten in Deutschland eingeführt wird.

"Nicht der PC, sondern das Handy wird in wenigen Jahren das Hauptgerät für den Internet-Zugang sein", zeigte sich Oliver Samwer überzeugt. Einen erfolgreichen Vorläufer gibt es schon: I-Mode, eine Tochter des japanischen Telekommunikationskonzerns NTT DoCoMo, hat nur 18 Monate nach dem Start schon rund elf Millionen Kunden gewonnen. Marktforscher erwarten, dass im Jahr 2005 rund 54 Prozent der Europäer das mobile Internet nutzen werden.

Die Jamba-Gründer haben starke Partner an Bord geholt: Die Mobilfunkgesellschaft Debitel mit rund 6,5 Millionen Kunden, die Elektronik-Handelskette Media-Saturn und die Fachhandel-Verbundgruppe Electronic Commerce haben sich mit insgesamt 40 Prozent an dem Unternehmen beteiligt. Sie werden vor allem für Vertrieb und Marketing sorgen. Als Dienste-Lieferanten firmieren unter anderem MTV, RTL, TUI, Cinemaxx, Amazon, der Finanzinformationsdienst Onvista, die Handelsblatt-Gruppe oder der Zahlungsservice Paybox. Schon bis Ende dieses Jahres rechnet Jamba mit 300 000 Kunden, im Jahr 2003 sollen es mehr als fünf Millionen sein.

Einen Börsengang haben die Jamba-Betreiber zunächst nicht im Sinn. Vorerst sollen weitere Partner an Bord geholt werden, bis zu 75 Prozent der Anteile sind für Dritte reserviert, hieß es.

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