Wirtschaft : Japan bremst den Höhenflug des Yen

Tokio - Japan hat aus Sorge um den Höhenflug des Yen erstmals seit gut sechs Jahren in den Devisenmarkt eingegriffen. Am Tag nach der Wiederwahl des Regierungschefs Naoto Kan war der Yen zum Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren geklettert, woraufhin die Währungshüter in nicht genannter Höhe Dollar kauften. Dadurch schwächte sich der Kurs des Yen wieder ab. Auch zum Euro gab der Yen nach – zuvor war er zur europäischen Gemeinschaftswährung auf ein Neunjahreshoch geklettert.

An der Tokioter Börse sorgten die Anleger für Kursgewinne. Die Kauflaune schwappte allerdings nicht bis nach Europa, wo die Märkte im Minus tendierten. „Es gab wachsende Unsicherheit, insbesondere bezüglich der US-Wirtschaft, und die Devisen- und Aktienmärkte wurden instabil“, sagte der Gouverneur der Bank von Japan, Masaaki Shirakawa.

Die Yen-Stärke macht Japan zu schaffen, weil sie die Produkte der exportabhängigen Industrie im Ausland verteuert. Ohnehin leidet die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt seit langer Zeit unter einer wirtschaftlichen Flaute. Eine Intervention gilt als letztes Mittel, mit dem sich Länder gegen belastende Wechselkursschwankungen zur Wehr setzen. dpa/rtr

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