Wirtschaft : Japan: Düstere Stimmung bei Unternehmern

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Das Geschäftsklima in Japan verschlechtert sich für immer mehr Unternehmen drastisch. Hauptursache ist der Exportrückgang im Zusammenhang mit der weltweiten Flaute im IT-Bereich und der deutlichen globalen Wachstumsabschwächung. Das zeigt die Umfrage der Bank von Japan bei über 8700 Unternehmen aller Größenordnungen und Branchen zur aktuellen Lage und den kurzfristigen Aussichten (Tankan). Der Index gibt den Prozentsatz derjenigen Unternehmen an, die ihre Entwicklung positiv sehen, abzüglich derjenigen Unternehmen, die ihre Entwicklung negativ sehen.

Erstmals seit drei Jahren rechnen die Unternehmen mit einem Umsatz- und Ertragsrückgang. Daneben zeichnet sich wegen der weiter gestiegenen Überkapazitäten und Überbeschäftigung weiterer Druck auf den Arbeitsmarkt ab, was zu einer weiteren Beeinträchtigung des Konsumklimas führen dürfte. Die Umfrage wurde zwischen Ende August und Ende September durchgeführt. Mehr als 70 Prozent der Unternehmen antworteten erst nach dem Terroranschlag in den USA vom 11. September.

Bei den Großunternehmen des produzierenden Gewerbes kam es im September in allen Branchen zu einer teilweise drastischen Verschlechterung des Geschäftsklima-Index. Insgesamt ging der Index um weitere 17 Punkte auf minus 33 Punkte zurück. Bei den mittelgroßen Unternehmen fiel der Index auf minus 43, bei Klein- und Mittelbetrieben auf minus 47 Punkte. Insbesondere in der Stahl-, Elektro/Elektronik-, Chemie- und Werftindustrie trübte sich die Lage überdurchschnittlich ein.

In der durch die weltweite Krise der Informationstechniken besonders betroffenen Elektro/Elektronikindustrie ging der Geschäftsklima-Index bei den Großunternehmen um 25 Punkte auf minus 60 Punkte zurück. Dies ist der schlechteste Wert seit Mai 1975. Zudem verdüsterte sich die Lage im Maschinenbau (minus 12 Punkte) und in der japanischen Autoindustrie weiter, wo jetzt auch bei den Großunternehmen mit einem Index von minus 2 wieder die Minuszone erreicht wurde. Die Unternehmen beider Branchen erwarteten in den kommenden drei Monaten - abweichend von dem eher optimistischen Gesamttrend im produzierenden Gewerbe - eine weitere deutliche Verschlechterung der Lage.

Als Konsequenz der weiteren Nachfrageabschwächung sowohl auf dem Inlandsmarkt als auch im Exportgeschäft erwarteten die Großunternehmen des produzierenden Gewerbes jetzt im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 (zum 31. März) einen Umsatzrückgang von 1,7 Prozent. Die weitere Verschlechterung der Marktlage zwingt die Unternehmen zu immer weiter gehenden Konzessionen bei der Preisgestaltung.

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