Wirtschaft : Japan nimmt Sanierung der

TOKIO (dpa).Japan plant zur Sanierung seines angeschlagenen Finanzsystems staatliche Auffanggesellschaften für zahlungsunfähige Banken.Mit Hilfe solcher "Überbrückungsbanken" will die Regierung verhindern, daß der Zusammenbruch einzelner Geldhäuser zu einer Erschütterung des gesamten Bankenapparats führt und die ohnehin rezessionsgeschwächte Wirtschaft zusätzlich belastet wird.Ein entsprechendes Grundkonzept beschloß die Regierung am Donnerstag.An den internationalen Finanzmärkten wurde dies jedoch zurückhaltend aufgenommen.In London ging der Yen-Kurs zum Dollar am Nachmittag zurück.

Nach Einschätzung von Experten mangelt es jedoch noch an Details.Das notwendige Gesetzesverfahren soll nach den Oberhauswahlen am 12.Juli in Angriff genommen und bis zum Herbst abgeschlossen werden.Finanzminister Hikaru Matsunaga erklärte, der Sanierungsplan werde die Stabilität des Finanzsystems sichern und Gläubiger zahlungsunfähiger Institute sowie "gesunde" Kreditnehmer schützen.Die Notenbank würdigte den Plan als wichtigen Schritt zur Konjunkturankurbelung.

In Erwartung der Bekanntgabe des Sanierungsplans war es am Aktienmarkt in Tokio erneut zu Kurssteigerungen gekommen.Japan war weltweit mit Nachdruck zu einer Sanierung seines Bankensektors aufgefordert worden, der noch immer von massiven Problemkrediten belastet wird.Der Plan sieht vor, daß ein von der Finanzaufsicht eingesetztes Management vorübergehend die Geschäfte einer insolventen Bank übernimmt.Die Problemkredite des Instituts sollen der staatlichen Bank für Abwicklung und Auflösung zugeführt werden.Insgesamt belaufen sich diese Kredite im Inland auf etwa 77 Bill.Yen (rund eine Billion DM).

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