Wirtschaft : Japan: "Nullzins-Phase" beendet

Ungeachtet starken politischen Drucks hat die japanische Zentralbank ihren "Nullzins"-Kurs aufgegeben und erstmals seit zehn Jahren eine Zinserhöhung beschlossen. Der Tagesgeldsatz werde auf etwa 0,25 Prozent angehoben, der Diskontsatz soll bei 0,5 Prozent bleiben. Die Zentralbank hatte vor 18 Monaten die Zinsen auf nahezu Null geführt, um zu verhindern, dass die Wirtschaft in Folge der Bankenkrise in eine Deflationsspirale mit immer weiter sinkenden Preisen gerät. Japans wirtschaftliche Verfassung habe sich seither substanziell verbessert, erklärte die Zentralbank. Auch nach Ende der Nullzins-Politik blieben die geldpolitischen Zügel aber sehr locker. Vertreter führender Wirtschaftsverbände äußerten sich jedoch überwiegend kritisch. Angesichts der schwachen Daten zum Privatverbrauch, der 60 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmacht, sei die Zinsanhebung verfrüht. Regierungschef Yoshiro Mori sah sich bemüßigt, die Zentralbank aufzufordern, ihre Geldpolitik in "adäquater und flexibler" Weise fortzusetzen. Mori sowie mehrere seiner Minister hatten sich bis zuletzt öffentlich gegen eine "verfrühte" Erhöhung der Zinsen ausgesprochen.

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