Wirtschaft : Japan steht vor Big Bang

Bankensystem wird reformiert TOKIO (rtr).Die Finanzmarktreformen in Japan werden den Wettbewerb im Bankensektor drastisch verschärfen.Viele Banken würden gezwungen, ihren Devisenhandel und andere internationale Geschäftsfelder aufzugeben, schätzen Analysten.Unter dem Druck, das Problem notleidender Kredite zu lösen und den Anforderungen internationaler Kapitalanleger gerecht zu werden, kündigten bereits viele Banken an, Niederlassungen im Ausland aufzugeben. Das neue japanische Devisengesetz, das zum 1.April in Kraft tritt und den Start des Big Bang markiert, wird die Barrieren im grenzüberschreitenden Kapitalverkehr weitestgehend beseitigen.Von der Liberalisierung werden aber wohl nur die großen Unternehmen der Finanzbranche profitieren.Regionalbanken mit nur kleinen Devisenabteilungen würden möglicherweise zur Aufgabe ihres gesamten Devisengeschäfts gezwungen, sagte Nozomu Kunishige, Analyst bei Lehman Brothers in Tokio.Zudem werden mit dem Big Bang Regulierungen aufgehoben, die den japanischen Bankensektor bisher weitgehend von der Konkurrenz aus dem Ausland abschotteten.Es gebe aber nur wenige Banken in Japan, die mit ihren internationalen Geschäften Gewinne erzielten. Nur etwa zwei bis drei japanische Banken sind nach Einschätzung von Analysten im Devisenhandel gegenüber ihren Konkurrenten aus den USA und Europa wettbewerbsfähig.Fuminori Takeuchi, Chefvolkswirt bei der LTCB Research Institute Inc, sieht die Situation noch skeptischer.Japanische Banken hinkten weit hinter ihren Konkurrenten aus den USA und Europa her.

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