Wirtschaft : Japan will Krise nächstes Jahr bewältigt haben

TOKIO (rtr).Japans Ministerpräsident Keizo Obuchi will sein Land trotz anhaltend schlechter Konjunkturdaten bereits im kommenden Haushaltsjahr aus der Rezession führen.Sein Kabinett setze alles daran, daß die japanische Wirtschaft in den zwölf Monaten ab April wieder positive Wachstumsraten erreichen und sich im darauf folgenden Jahr von der gegenwärtigen Krise erholen könne, sagte Obuchi am Freitag im Parlament.Die neuesten Konjunkturdaten deuten aber nicht auf einen raschen Aufschwung hin.Die Arbeitslosenrate blieb im Oktober knapp unter ihrem Rekordhoch, die Industrieproduktion sank weiter.Gegenwärtig sei die Lage der japanischen Wirtschaft ernst, sagte Obuchi.Die Stimmung unter den Unternehmern und den Verbrauchern verschlechtere sich zunehmend."Wir befinden uns in einem Zustand, den man als Rezessionszyklus bezeichnen könnte", sagte Obuchi.Mit Hilfe des angekündigten Konjunkturprogramms könne aber die Trendwende eingeleitet werden.Die Regierung hatte Anfang November ein Konjukturpaket im Volumen von fast 24 Billionen Yen (333 Mrd.DM) verabschiedet.Am Freitag billigte das Kabinett einen Nachtragshaushalt über 5,68 Billionen Yen, um einen Teil der Maßnahmen, vor allem Steuersenkungen, zu finanzieren.

Die Arbeitslosigkeit in Japan blieb im Oktober knapp unter dem Rekordhoch der beiden vorangegangen Monate.Das Arbeitsministerium teilte am Freitag in Tokio mit, die Erwerbslosensenrate habe sich nur leicht auf 4,27 Prozent von 4,31 Prozent im September gebessert.Im Oktober standen nur noch 48 offene Stellen je 100 Arbeitssuchende zur Verfügung.Dies war das schlechteste Verhältnis seit Beginn der statistischen Erfassung 1963.Die Industrieproduktion sank im Oktober im Vergleich zur Vorjahresperiode um acht Prozent.

Nach Einschätzung des stellvertretenden Chefs der Wirtschaftsplanungsbehörde EPA, Takafusa Shioya, hat die japanische Konjunktur ihre Talsohle bald überwunden.Die Wirtschaft werde sich aber vermutlich nur langsam erholen.

Finanzminister Kiichi Miyazawa deutete am Freitag seinen Rücktritt an.Miyazawa sagte in Tokio, wenn der ehemalige Generalsekretär der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) wie geplant von ihm den Vorsitz seiner Gruppe innerhalb der LDP übernehme, wolle er auch aus dem Kabinett ausscheiden.Der Zeitpunkt seines Rücktritts sei aber seine eigene Entscheidung.Kato wird vermutlich zum Jahresende die Führung der bisher von Miyazawa geleiteten LDP-Gruppierung übernehmen.

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