Wirtschaft : Japan will Weltfinanzsystem reformieren

TOKIO (ga/rtr/HB).Japan hat Vorschläge zur Reform des Weltfinanzsystems präsentiert, mit denen Krisen wie derzeit in Asien verhindert werden sollen.Der Finanzminister Kiichi Miyazawa hat sich für eine Überwachung von Kapitalbewegungen, eine "gemanagte Wechselkursflexibilität" sowie eine andere Arbeitsweise des IWF ausgesprochen.

Miyazawa betonte hierzu in einem Vortrag vor der internationalen Presse in Tokio, ohne eine Reform des gegenwärtigen internationalen Finanzsystems sei eine geordnete Entwicklung der Weltwirtschaft im nächsten Jahrhundert nicht gesichert.Dies müsse jetzt dringend im Rahmen der G-7 unter Mitwirkung wichtiger Schwellenländer beraten und in Aktionen umgesetzt werden.

Hierbei müßten, so Miyazawa, drei Aufgaben im Vordergrund stehen: Die Liberalisierung der Bewegung kurzfristiger Finanzmittel durch Schwellen- und Entwicklungsländer sollte nur schrittweise erfolgen.Die Überwachung dieser Kapitalströme sollte erweitert werden und erforderlichenfalls auch zur Verhinderung von Turbulenzen die Möglichkeit eingeräumt werden, "marktfreundliche Kontrollen" durchzuführen und einen Kapitalabfluß zu verbieten.

Der japanische Finanzminister betonte, er stimme den europäischen Anregungen zur Erreichung größerer Wechselkursstabilität zu.Es gehe jetzt vor allem darum, zwischen US-Dollar, Euro und Yen ein von Flexibilität aber auch größerer Stabilität gekennzeichnetes System einer "gemanagten Flexibilität" zu erarbeiten.Miyazawa erklärte in diesem Zusammenhang, der Euro werde bereits von Beginn an "ein großer Erfolg" und Europa hierdurch wettbewerbsfähiger.

Schließlich hält Miyazawa die bisherige Vorgehensweise des IWF bei der Kreditgewährung für zu rigide, ambitiös und kurzfristig orientiert, was sich letztlich häufig durch die Verschärfung einer Wirtschaftskrise als kontraproduktiv erweise.

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