Wirtschaft : Japaner an Berlin interessiert

Pieroth bilanziert Reise / Nishiden erwägt Bildschirm-Produktion

BERLIN (dw).Das japanische Hightech-Unternehmen Nishiden erwägt, in Berlin die Produktion von Plasmabildschirmen aufzunehmen.In der kommenden Woche wird bereits ein Vertreter der Tokioter Unternehmerfamilie Nishimura nach Berlin kommen, um die Möglichkeiten einer strategischen Allianz auszuloten.Das Projekt gehört zu den aussichtsreicheren Kooperations-Vorhaben, die Wirtschaftssenator Elmar Pieroth während seiner Japanreise in der vergangenen Woche angeschoben hat.In diesem Fall habe Berlin den Standort Paris bereits ausgestochen, sagte Pieroth am Montag. Die japanische Banken- und Börsenkrise habe seinem viertägigen Besuch nicht geschadet, bilanzierte der Senator.Im Gegenteil: Durch die Krise sei den Japanern die Notwendigkeit globalen Handelns noch einmal deutlich bewußt geworden, sodaß er überall aufgeschlossene Gesprächspartner gefunden habe.Bei Gesprächen mit der Tokioter Stadtregierung, dem Industrieministerium Miti und einzelnen Unternehmen wie der Mitsubishi Electric Corp.in Kyoto habe er für den Standort Berlin geworben. Zu den erfreulichen Ergebnissen seiner Reise zählt, daß die JVC Corp.(Yokohama), die seit 15 Jahren in Berlins Märkischem Viertel Videorekorder für den europäischen Markt produziert, zugesagt habe, dem Standort treu zu bleiben, obwohl die hohen Lohn- und Energiekosten der deutschen Hauptstadt durchaus "KopfschmerzenÒ bereiteten.Zur Zeit denke JVC sogar daran, die Fertigung von Videokopf-Systemen in Berlin aufzunehmen.Bei einem Gespräch mit der Sony-Geschäftsleitung erhielt Pieroth die Zusage, daß es bei der Verlegung der Europazentrale von Köln nach Berlin im Jahr 2000 nicht bleibe: Mit Workshops und Investoren-Tagen in Tokio und Berlin sollen Möglichkeiten einer tieferen strategischen Zusammenarbeit ausgelotet werden.

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