Wirtschaft : Japaner kaufen Reste von Lehman

London/Tokio - Das japanische Wertpapierhaus Nomura kauft die Reste der pleitegegangenen US-Investmentbank Lehman Brothers. Nomura übernimmt das komplette Asiengeschäft der Krisenbank. Darüber hinaus gelten die Japaner auch als Favorit für den Zuschlag für die europäischen Aktivitäten von Lehman.

Für diesen Bereich interessiert sich zwar auch die britische Großbank Barclays. Allerdings wolle Barclays nur einen Bereich – das Aktiengeschäft – von Lehman übernehmen, während sich Nomura für das gesamte Europageschäft interessiere, hieß es in Finanzkreisen. Der Wirtschaftsprüfer Pricewaterhouse-Coopers sucht derzeit als europäischer Insolvenzverwalter von Lehman nach Käufern für die Reste der gestrauchelten Bank. Mit einer Entscheidung wird in den kommenden Tagen gerechnet. Barclays hatte bereits das Kerngeschäft von Lehman in den USA übernommen.

Nomura sicherte sich den Zuschlag für die Lehman-Reste im Schnellverfahren. Die US-Bank beschäftigt in Asien knapp 3000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Dow Jones zufolge soll der Kaufpreis für diese Aktivitäten lediglich bei 225 Millionen Dollar liegen, nach Reuters-Informationen sind es jedoch bis zu 525 Millionen Dollar. Der japanische Marktführer hat bei Bilanzwerten von 170 Milliarden Euro und einem Umsatz in der Größenordnung von zehn Milliarden Euro einen Subprime-Verlust von 440 Millionen Euro gut wegstecken können. Derzeit verfügt das Brokerhaus über 17 Milliarden Euro an flüssigen Mitteln. mm/fmk (HB)

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