Wirtschaft : Japanische Finanzmarktaufsicht versucht noch immer, den Verdacht auf Devisenschwindel zu klären

Der Schweizer Bankkonzern CS Group hat in Japan weiterhin Probleme mit der Finanzmarktaufsicht Financial Supervisory Agency (FSA). Am Donnerstag durchsuchte die Polizei nach Augenzeugenberichten die Tokioter Niederlassung der Konzernfirma Credit Suisse Financial Products (CSFP). Die Polizei wollte zu Einzelheiten der Aktion nicht Stellung nehmen. Die Durchsuchung stand offenbar in Zusammenhang mit früheren Ermittlungen der FSA gegen das Institut.

Die Finanzmarktaufsicht wirft der CSFP verbotene Derivategeschäfte und Behinderung der Ermittlungen vor. Die CS Group brachte in einer Mitteilung ihr Unverständnis über das Vorgehen der Polizei zum Ausdruck und erklärte, das Institut habe voll mit den Behörden kooperiert. Das Vorgehen der Tokioter Polizei sorgte in der Finanzwelt für Aufsehen, da sie das erste Mal eine ausländische Bank durchsuchte.

Der Anlass für die Polizei-Aktion war der Verdacht auf die Behinderung früherer Ermittlungen. Der Durchsuchungsbefehl habe sich auf die Prüfung von Dokumenten bezogen, erklärte die Bank. Einigen CS-Niederlassungen in Japan war früher vorgeworfen worden, sie hätten japanischen Firmen geholfen, über Derivatgeschäfte Verluste zu verschleiern und Bilanzen zu schönen. Die FSA ermittelte gegen die CS und andere Banken und sprach im Sommer Sanktionen wie Teil-Schließungen und Geldbußen aus. CSFP wurde die Lizenz entzogen. Die FSA stellte auch eine Strafanzeige in Aussicht. Zugleich wurde der Vorwurf laut, die Bank habe die Untersuchungen behindert und Angestellte dazu angehalten, Dokumente und Computeraufzeichnungen zu vernichten.

Diesen Vorwurf wies die Bank nun zurück. Zugleich wies die CS darauf hin, dass sie selbst unabhängige Buchprüfer mit Untersuchungen beauftragt und die Ergebnisse den Behörden zu Verfügung gestellt habe. In den vergangenen fünf Wochen habe die Bank mit der Polizei zusammengearbeitet und alle verlangten Unterlagen herausgegeben. Auch Angestellte der Bank hätten für Befragungen zu Verfügung gestanden. Die Konzernzentrale in Zürich wollte sich zu der Sache nicht äußern.

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