Wirtschaft : Japanische Notenbank: Zinsen bleiben unverändert - Zusammenbruch der Warenhauskette Sogo entscheidend

Die japanische Notenbank (BoJ) hat die Leitzinsen am Montag erwartungsgemäß unverändert gelassen und damit ihre seit 17 Monaten andauernde Nullzinspolitik fortgesetzt. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei der Zusammenbruch der Warenhauskette Sogo und daraus resultierende mögliche negative Effekte für die Wirtschaft gewesen, teilte die BoJ am Montag im Anschluss an ihr geldpolitisches Treffen mit. Die japanische Regierung begrüßte die Entscheidung. Analysten rechnen angesichts der konjunkturellen Belebung in den kommenden Monaten jedoch mit einer Anhebung der Zinsen.

Der Yen reagierte nur kurzfristig auf die Entscheidung, die japanischen Staatsanleihen legten zu. Wie die BoJ in ihrer Erklärung weiter mitteilte, sei trotz der befürchteten negativen Effekte der Firmenpleite ein Ende der Deflationsrisiken in Sicht. Dies war von der BoJ als wichtigste Bedingung für eine Aufgabe der Nullzinspolitik bezeichnet worden. Zudem wird sich die schrittweise Erholung der japanischen Konjunktur nach Einschätzung der Zentralbank fortsetzen. Angesichts der nur langsam in Fahrt kommenden japanischen Wirtschaft hatte die Zentralbank die kurzfristigen Zinsen seit Februar 1998 auf einem Null-Niveau gehalten.

In der vergangenen Woche war die große japanische Warenhauskette Sogo zusammengebrochen und hatte damit nach Angaben von Experten die zweitgrößte Firmenpleite Japans verursacht. Analysten werteten die Zinsentscheidung vor diesem Hintergrund als nicht überraschend.

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