Wirtschaft : Japans Autobauer fürchten um ihren Absatz in Asien

Verluste durch Wirtschaftskrise / Montagebänder stehen still TOKIO (AFP).Während die deutschen Autobauer beim Genfer Autosalon mit Verkaufsrekorden aufwarten, bekommen ihre asiatischen Konkurrenten die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Asien mit voller Wucht zu spüren.Denn auf diese Region haben die meisten von ihnen ihre Investitionen konzentriert, um den gigantischen asiatischen Markt zu erobern.Jetzt wendet sich diese Strategie gegen sie.Das Engagement in Asien könnte mehrere große Automobilkonzerne in die roten Zahlen stürzen, vor allem die am höchsten verschuldeten, schätzen Analysten wenige Wochen vor Veröffentlichung der Jahresergebnisse."Gewisse japanische Hersteller stehen am Rand des Abgrunds", sagt Stephen Volkmann, Analyst für die Autobranche bei Morgan Stanley Dean Witter."Seit mehreren Jahren verlieren sie Marktanteile in Japan und in den USA." Seit den 60er Jahren beherrschen die japanischen Autohersteller Asien.Oft drängten sie, wie Honda und Suzuki, zuerst mit Mopeds auf den Markt.In den 80er Jahren gingen sie zu kleinen Pick-ups über und in den 90ern zu Autos.In den vergangenen Jahren verstärkten die Japaner ihre Präsenz in der Region massiv, vor allem in Thailand, das sowohl zum strategisch wichtigen Markt als auch zur Drehscheibe für die Produktion wurde.1996 produzierten die japanischen Unternehmen mehr als 1,8 Mill.Fahrzeuge in Asien.Die im Zuge der Krise übervollen Lager zwangen die japanischen Hersteller, einschließlich der Nummer eins, Toyota, ihre Montagebänder in Thailand für mehrere Wochen stillzulegen.Analysten schätzen, daß der thailändische Markt dieses Jahr noch einmal einbrechen wird, von 363 156 Anmeldungen auf 240 000."Der thailändische Markt wird sich vor 2003 nicht wieder erholen", sagt Kunihiko Shiohara voraus, Analyst bei ING Barings in Tokio.Thailand werde dasselbe durchmachen wie Japan nach dem Platzen der Spekulationswelle Ende der 80er Jahre.Die japanischen Autohersteller wollen gerne nach dem Vorbild Toyotas ihre asiatischen Fabriken, die ursprünglich für den lokalen Markt gedacht waren, auf den Export ausrichten.Dem Bund japanischer Automobilhersteller (Jama) zufolge sind die japanischen Exporte nach Asien im Januar um 43,7 Prozent zurückgegangen.Die Ausfuhren nach Thailand sanken um 92,5 Prozent auf 600 Stück, die nach Indonesien auf 254 Stück (minus 95 Prozent).Dank der günstigen Wechselkurse erwartet Jama allerdings, daß die Japaner ihren Marktanteil in Europa von derzeit 11,6 Prozent in den kommenden Jahren ausbauen können.Volkmann schätzt, daß die japanischen Automobilhersteller wegen der Krise enttäuschende Jahresergebnisse veröffentlichen werden.Das gelte insbesondere für Mitsubishi Motors, die japanische Gruppe mit dem größten Engagement in Asien.40 Prozent der Mitsubishi-Exporte gehen in die Region.Mitsubishi erwartet für das Ende März ablaufende Geschäftsjahr einen konsolidierten Nettoverlust von 40 Mrd.Yen (rund 575 Mill.DM), die Medien rechnen jedoch mit einem Verlust von bis zu 60 Mrd.Yen.Nissan Motor, der zweitgrößte japanische Automobilhersteller, und das Unternehmen Mazda, das im vergangenen Jahr ein Defizit von 17,6 Mrd.Yen verbuchte, könnten ebenfalls Verluste erleiden.Toyota und Honda dürften die Krise wegen ihrer guten Handelsergebnisse in den USA und Europa aber relativ locker wegstecken.Nach Angaben der Jama sanken die Fahrzeugverkäufe auch im Inland im Februar gegenüber dem Vergleichsmonat um 22,4 Prozent auf 396 907 Stück.Seit elf Monaten sinken die Verkäufe, was auch auf die Anhebung der Verbrauchssteuer zurückzuführen ist.

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