Wirtschaft : Japans Banken horten Bargeld

Versicherungs-Titel im Blick

Die Aktien deutscher Versicherungsunternehmen werden im kommenden Jahr nach Einschätzung von Experten wieder stärker im Blickpunkt der Anleger stehen. Insbesondere die überraschend bekannt gegebenen Pläne zur Abschaffung der Besteuerung von Veräußerungsgewinnen hat nach Meinung von Analysten die Beurteilung dieser Werte grundsätzlich verändert. Längerfristig könne das Beteiligungsgeschäft für Versicherungen interessanter werden, da schneller reagiert und umgeschichtet werden könne, sagte Konrad Becker vom Münchener Bankhaus Merck, Finck & Co. Becker bezweifelt allerdings, dass die Finanzwerte den durch die Bekanntgabe der Steuerpläne ausgelösten Anstieg im kommenden Jahr fortsetzen können. "Diese eventuelle Änderung ist in den letzten Tagen des Jahres bereits vollständig in den Kurs eingepreist worden. Eventuell werden noch einige Fonds zu Jahresbeginn umschichten", sagte der Analyst.

Banken zufrieden

Banken-Analysten können zufrieden auf das Jahr 1999 zurückblicken: Im Gegensatz zu dem von Finanzkrisen geprägten Vorjahr verlief das Jahr an der Börse positiv. "Es war ein ganz ordentliches Jahr für die deutschen Banken", konstatierte Martin Haug, Analyst der Frankfurter BfG-Bank. Auch Michael Kunz, Analyst der Banque Nationale de Paris (BNP) in Frankfurt, bestätigte: "Die Banken haben 1999 deutlich besser verdient als im Vorjahr." Ob und inwieweit die von der Bundesregierung angekündigte Steuerentlastung weitere Kursfantasie zulässt, ist nach Ansicht von BNP-Analystin Britta Graf allerdings fraglich. Die Expertin steht der geplanten Steuerbefreiung skeptisch gegenüber. "Die derzeitige Euphorie stützt sich lediglich auf eine Absichtserklärung, die aus vier sehr vagen Sätzen besteht."

Japans Banken horten Bargeld

Wegen des Jahr-2000-Computerproblems haben japanische Finanzinstitute ihre Bargeldbestände kräftig aufgestockt. Wie die japanische Finanzzeitung "Nikkei" am Donnerstag berichtete, halten die Banken des Landes Schätzungen zufolge insgesamt 13 Billionen Yen (240 Milliarden Mark) an Bargeld für ihre Kunden bereit, fast doppelt so viel wie beim vergangenen Jahreswechsel. Besonders an den beiden letzten Tagen dieses Jahres würden viele Menschen in Japan sicherheitshalber noch schnell Geld abheben.

Broker kassieren Milliarden

Zum Jahresende werden an der New Yorker Wall Street wieder enorme Bonuszahlungen verteilt. 1999 erhalten die Beschäftigten der großen US-Investmentbanken eine Gewinnbeteiligung von insgesamt 13 Milliarden Dollar (25 Milliarden Mark). Nach Auszahlung der Boni werden die US-Investmentbanken im vergangenen Jahr trotzdem noch einen Gesamtgewinn von beinahe 13 Milliarden Dollar ausweisen. Dies wäre ein kräftiger Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das errechnete die Securities Industry Association, der Dachverband der US-Investmentbanken.

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