Wirtschaft : Jean Pascale: Rote Zahlen beim Textilfilialisten

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Der börsennotierte Norderstedter Textilfilialist Jean Pascale (JP) AG ist im vergangenen Jahr in die Verlustzone gerutscht. Der Konzern erwirtschaftete einen Fehlbetrag von 10,4 Millionen Mark, nachdem 1999 noch ein Gewinn von 50 Millionen Mark ausgewiesen wurde. Der Vorstand hat sich jedoch vorgenommen, 2001 - bei einem Umsatzzuwachs auf 360 (334) Millionen Mark - wieder ein leicht positives Ergebnis zu erreichen. Der Aktienkurs sank gestern bei geringen Umsätzen um knapp sieben Prozent auf vier Euro.

Dass der Textilfilialist im Jahr 2000 Verluste eingefahren hat, führt Vorstand Ralf Schmalriede auf mehrere Faktoren zurück. Zum einen habe das Unternehmen im vergangenen Jahr eine viel zu farbenfrohe Kollektion angeboten und damit nicht ganz den Geschmack der Konsumenten getroffen. Jean Pascale musste die Ware deshalb mit erheblichen Preiszugeständnissen verkaufen. Zum andern wurden vermehrt Jeans von Fremdfirmen aus dem Sortiment verbannt. Dadurch ging der Umsatz um 17,3 Millionen Mark zurück. Außerdem belastete die Straffung der Organisation das Ergebnis. In diesem Zusammenhang wurden eine Verwaltungs- und eine Servicegesellschaft auf die AG verschmolzen, wodurch Aufwendungen aus Verlustübernahmen in Höhe von 11,1 Millionen Mark entstanden.

Für 2001 hat der Vorstand mehrere Maßnahmen geplant, um den Ertrag zu verbessern. Der neue Marketing-Vorstand Serge Marx will die Marken "Jean Pascale" und "Camera" neu positionieren. Sie sollen von einem reinen Massenprodukt zu einer "zielgruppenspezifischen Marke" aufgebaut werden. Das Label "Camera" soll den Konkurrenzmarken "Esprit" und "Zara" Paroli bieten. Mit der Neuausrichtung wird auch das Erscheinungsbild von 40 Filialen aufgefrischt. Gleichzeitig sollen in diesem Jahr 15 weitere Filialen eröffnet werden, davon sechs in Holland. Im Vorjahr stieg die Zahl der Läden nur um sieben auf 176, weit weniger als angekündigt.

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