Jeansstreit um Plagiate : New Yorker muss an Levis zahlen

Die US-Jeansfirma Levis wirft der deutschen Modekette New Yorker vor, ihre Jeans kopiert zu haben. Das Oberlandesgericht Hamburg sieht das genauso und verurteilt den Händler, Schadensersatz zu zahlen.

Kommt nicht in die Tasche: Levis bekämpft Jeans von New Yorker.
Kommt nicht in die Tasche: Levis bekämpft Jeans von New Yorker.Foto: dpa

Die Po-Hosentaschen sind der Knackpunkt gewesen: Im Streit um Jeans-Plagiate muss die deutsche Modekette New Yorker Schadenersatz an den US-Jeanshersteller Levis zahlen. Die genaue Höhe ist noch offen, Levis verlangt 50 Euro pro verkaufter Hose. Außerdem wurde der deutschen Modekette verboten, Jeansmodelle weiter zu verkaufen, die Levis-Hosen zu ähnlich sehen, entschied das Oberlandesgericht Hamburg am Donnerstag.

Bei dem Rechtsstreit geht es unter anderem um die Verzierung der Hosentaschen am Po. Levis wirft dem deutschen Unternehmen vor, das „V“ auf den Hintertaschen kopiert zu haben. Die strittigen Jeans der New Yorker-Eigenmarken sind in der Regel deutlich billiger als die des US-Herstellers Levi Strauss (Levis).

Eine detaillierte Begründung für die Entscheidung gab es vom Gericht noch nicht. Eine Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen, sagte eine Gerichtssprecherin. Nach ihren Angaben hat New Yorker nun nur noch die Möglichkeit, beim Bundesgerichtshof eine Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision einzureichen. Sollte diese erfolglos sein, wäre der Rechtsweg erschöpft.

New-Yorker-Chef Friedrich Georg Knapp war in die Offensive gegangen und hatte dem Konkurrenten aus den USA in der „Bild am Sonntag“ vorgeworfen, Levis wolle in erster Linie einen unliebsamen Konkurrenten „anschießen und finanziell schädigen“. Das Braunschweiger Unternehmen sieht sich in dem Verfahren stellvertretend für den Modemarkt in ganz Deutschland an den Pranger gestellt, denn auch viele Mitbewerber hätten Hosen mit ähnlichen Designs.

Um die genaue Höhe des Schadensersatzes feststellen zu können, forderte das Gericht New Yorker auf, seine Umsätze offenzulegen. Laut Bundesanzeiger verbuchte die Modekette nach den aktuellsten veröffentlichten Zahlen 2012 einen Umsatz von 1,44 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von rund 85 Millionen Euro. Levis musste in Deutschland zuletzt sinkende Umsätze verbuchen. Nach den im Bundesanzeiger für das Geschäftsjahr 2011/2012 angegebenen aktuellsten Angaben sank der Umsatz auf knapp 30 Millionen Euro nach rund 74 Millionen Euro im Vorjahr. Da Nachsteuerergebnis ging von rund 3,2 Millionen Euro auf rund 920 000 Euro zurück. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar