• Jede der beiden französischen Großbanken, BNP und Société Générale (SG) und Paribas, gibt sich siegessicher und will den anderen Übernehmen

Wirtschaft : Jede der beiden französischen Großbanken, BNP und Société Générale (SG) und Paribas, gibt sich siegessicher und will den anderen Übernehmen

Eric Bonse

Im Fusionspoker der französischen Großbanken BNP, Société Générale (SG) und Paribas zeichnet sich kein klares Ergebnis ab. Kurz vor Ablauf der Entscheidungsfrist am heutigen Freitag um Mitternacht gaben sich sowohl BNP-Chef Michel Pébereau als auch SG-Direktor Daniel Bouton siegessicher. Allerdings lassen weder die bisher bekannt gewordenen Bündnisse mit institutionellen Anlegern noch die letzten Kursnotierungen an der Pariser Börse sichere Vorhersagen über den Ausgang der Bankenschlacht zu. Sollte SG die Mehrheit über Paribas erlangen, so dürfte es zur geplanten Zweierfusion SG-Paribas kommen. Sollte sich hingegen die BNP bei Paribas durchsetzen, scheint eine Dreierfusion unter dem Label "SBP" wahrscheinlich. In diesem Fall käme es allerdings auf den BNP-Anteil am Kapital der SG an. Wenn dieser Anteil über einem Drittel liegen sollte, dürfte die BNP versuchen, SBP auch ohne klare Mehrheit durchzusetzen.

Die BNP gibt sich zuversichtlich, 55 bis 60 Prozent an Paribas zu erlangen. Demgegenüber erklärte SG-Chef Bouton, seine Bank werde letztlich über 60,7 Prozent des Paribas-Kapitals verfügen. Die Hoffnung der BNP, eine Mehrheit oder zumindest die "effektive Kontrolle" über die Société Générale zu erlangen, werde sich nicht erfüllen, erklärte Bouton. Die Anleger stünden daher letztlich vor der Alternative SG-Paribas oder BNP-Paribas.

Tatsächlich scheint nicht völlig ausgeschlossen, dass am Ende des Pariser Fusionspokers die eigentlich gar nicht gewollte Zweierfusion BNP-Paribas steht. Möglich ist aber auch, dass es am 17. August, wenn die Pariser Börsenaufsicht die "vorläufigen Resultate" bekanntgegen will, keinen klaren Gewinner gibt. In diesem Fall könnte es zu einem juristischen "Guerillakrieg" um die Interpretation der Ergebnisse und zu einem erneuten Einschreiten der Pariser Bankenaufsicht kommen.

Schon jetzt zeichnen sich komplizierte Rechtsstreits ab, die ein Ende des sechsmonatigen Bankenkriegs verzögern könnten. So hat die Börsenaufsicht einen Außermarkt-Kauf von 3,4 Prozent des SG-Kapitals durch die britische Versicherungsgruppe CGU annuliert. Ein Gerichtsurteil wird für den 26. August erwartet.

Umstritten ist auch die Übertragung von acht Mill. Paribas-Aktien durch Paribas an die Société Générale. Die BNP hat die Börsenaufsicht angerufen, die den Streit noch am Donnerstag entscheiden wollte.

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