Wirtschaft : Jeder Vierte würde schmieren

Frankfurt am Main - Jeder vierte Mitarbeiter deutscher Unternehmen hält es derzeit für durchaus gerechtfertigt, neue Aufträge auch mithilfe von Schmiergeldern in die Firma zu holen. Ein Fünftel hielte auch den Einsatz von Geschenken oder Vergnügungsangeboten für statthaft, um Geschäftspartner zu überzeugen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young unter 2200 Mitarbeitern von Unternehmen in 22 europäischen Ländern. „Das ist ein alarmierendes Signal. Die Unternehmen müssen reagieren“, sagte Stefan Heißner, Spezialist für Fragen zur Verhütung von Wirtschaftskriminalität.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise könnte Betrügereien, Tricksereien, Korruption und anderes wirtschaftskriminelles Treiben befördern, fürchten die Experten. „Erste Fälle von Manipulationen im Vertrieb und beim Einkauf gibt es bereits in einigen Firmen“, sagte Heißner. Dabei gehe es weniger um Bestechung als um das Schönen von Zahlen. Ähnliches gelte auch für Auslandstöchter. Um vorgegebene Ziele der Konzernleitungen zu erfüllen, würden Aufträge als bereits getätigte Geschäfte gebucht. „Das kann sich schnell zu einer Welle und einem gefährlichen Schneeballsystem aufschaukeln.“ ro

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