Wirtschaft : Jeder Zweite legt zuwenig für das Alter zurück

DÜSSELDORF (rez/HB). Ein Viertel der Deutschen im Alter zwischen zwanzig und sechzig sparen nichts für ihren Lebensabend. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1260 berufstätigen Deutschen, die das Münchener Sinus-Institut im Auftrag der US-Investmentgesellschaft Fidelity durchgeführt hat. Demnach legen 37 Prozent zu wenig zurück, jeder Zweite erübrigt überhaupt keine zusätzliche Sparmark für das Alter.Wunsch und Wirklichkeit scheinen laut Umfrage auseinander zu klaffen: Denn Jüngere wie Ältere zählen die Altersvorsorge neben ihrer Gesundheit und der Sicherheit des Arbeitsplatzes zu ihren größten Sorgen. Jeder Vierte erwartet, daß seine gesetzliche Rente weniger als die Hälfte seines letzten Nettoeinkommens betragen wird. Dazu kommt ein hoher Anspruch an den Lebensstandard im Alter: über 80 Prozent der Befragten wollen ihren derzeitigen Lebensstandard im Alter halten. Jeder Dritte befürchtet aber, dies nicht schaffen zu können.Zwar ist für die Deutschen das Sparen für den Lebensabend nach Bildung einer Rücklage für alle Fälle das wichtigste Sparziel. Und mit Abstand die meisten sehen eine Möglichkeit, andere Sparziele zugunsten der Altersvorsorge zurückzustellen, zumal nur 14 Prozent der Befragten angaben, derzeit gar nicht zu sparen. Gleichwohl halten die Deutschen es für wenig wahrscheinlich, daß sie zugunsten des Alterssparens auf Reisen oder etwa Freizeitvergnügen verzichten.Die Deutschen sparen auf die klassische Art: Sicherheit und Steuerersparnis ist ihnen wichtiger als Ertrag. So besitzen nach wie vor zwei Drittel der Befragten ein Sparbuch. Beliebt sind ferner Kapitallebensversicherungen, die gut die Hälfte der Deutschen abgeschlossen haben, sowie Bausparverträge bei 35 Prozent der Befragten. Aktien, Investmentfonds und Festverzinsliche Wertpapiere kaufen dagegen nur 14 Prozent, 11 Prozent beziehungsweise 10 Prozent der Befragten. Alle Altersgruppen besitzen ein Sparbuch und einen Bausparvertrag. Die anderen Sparformen bevorzugen dagegen Ältere und Bezieher höherer Einkommen.Für die Altersvorsorge favorisieren zwei Drittel der Befragten sichere Anlagen mit festen, wenn auch niedrigeren Zinsen. 60 Prozent ziehen steuerbegünstigte Anlagen hohen Renditen vor. Für am sichersten halten sie Sparbuch, Lebensversicherung und Bausparvertrag. Gute Gewinnmöglichkeiten sprechen mit Abstand die meisten Deutschen eher Aktien und Fonds zu. Bei Aktien, Fonds, Bausparverträgen und Lebensversicherungen fürchten sie hohe Gebühren.Die Deutschen bevorzugten nach wie vor konservative, oft wenig renditeorientierte Sparformen, resümiert Sinus. Die Risiken einer Anlage in Aktien oder Fonds gelten für viele als schwer einzuschätzen. Die Umfrage lasse auf hohen Aufklärungsbedarf über die Notwendigkeit privater Vorsorge schließen, so Thomas Balk, Geschäftsführer von Fidelity Deutschland.

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