Wirtschaft : Jenoptik: Der Technologiekonzern spürt die Flaute in der Chip-Branche

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Auch der Jenaer Technologiekonzern Jenoptik spürt die Flaute auf dem weltweiten Chip-Markt. Im Unternehmensbereich Clean Systems, in dem die Kapazitäten zur Errichtung von und zum Service in Chipfabriken angesiedelt sind, ist im ersten Halbjahr 2001 ein Auftragsloch von rund 20 Prozent entstanden. Dies teilte Jenoptik am Donnerstag mit. Im Vorjahr akquirierte Clean Systems in den ersten sechs Monaten noch Aufträge im Umfang von 1,1709 Milliarden Euro. Einzig mit einem Anfang Juli erteilten Großauftrag von IBM über 232 Millionen Euro, der in die Halbjahresbilanz noch nicht eingerechnet wurde, hätte der Auftragseingang des Unternehmensbereiches auf der Höhe des Vorjahres gelegen, hieß es in Jena. Der Vorstandschef der Jenoptik, Lothar Späth, hatte bereits zur Bilanzvorlage am 10. April den akquirierten Auftragsbestand bei Clean Systems im ersten Quartal 2001 mit rund einer Milliarde Mark angegeben.

Trotzdem will das Jenaer Unternehmen an seiner im April abgegebenen optimistischen Jahresprognose festhalten. Danach soll der Umsatz des Konzerns um 25 Prozent auf rund zwei Milliarden Euro und der Ertrag um 30 Prozent zulegen.

In den ersten sechs Monaten lagen Umsatz und Ertrag (Ebit) deutlich über dem Vorjahresniveau, teilte der Konzern mit. Nach vorläufigen Berechnungen sei der Quartals-Umsatz auf über 800 Millionen Euro gestiegen (Vorjahr 463,7 Millionen Euro). Das Betriebsergebnis (Ebit) werde sogar um mehr als 70 Prozent über dem Vorjahreswert liegen (32,4 Millionen Euro). Obwohl in diesem Wert ein Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf von 44 Prozent der Anteile an der Microlas GmbH enthalten sei, übersteige das Betriebsergebnis den Vorjahreswert "deutlich".

Wie in den Vorjahren auch resultiert das Wachstum nach Angaben des Unternehmens wesentlich aus den Konzernbereichen Clean Systems und Photonics. Der Unternehmensbereich Asset Management liege erwartungsgemäß unter dem Vorjahresergebnis. Im vergangenen Geschäftsjahr erreichte Asset Management bei einem Umsatz von 164 Millionen Euro ein Ergebnis von 51,4 Millionen Euro.

Einen Auftragszuwachs verzeichnete Jenoptik im Bereich Photonics. Der Konzernteil, der sich mit optischen Geräten zur Vermessung und Laserprodukten befasst, konnte zehn Prozent mehr Aufträge akquirieren als im Vorjahr (145,6 Millionen Euro). Photonics hatte im gesamten Geschäftsjahr 2000 seinen Umsatz um 31,7 Prozent auf 235,7 Millionen Euro und den Ertrag auf 21,2 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Obwohl Jenoptik in den vergangenen Jahren mit dem Bau der Halbleiterwerke in Dresden und Frankfurt (Oder) (geplant) die interessantesten Aufträge in der deutschen Chipbranche erhalten hat, wickelt der Konzern rund 60 Prozent des Geschäftes im Ausland ab.

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