Wirtschaft : Jenoptik erste Ost-Aktie im M-Dax

FRANKFURT (MAIN) / JENA (Tsp).Mit dem Technologiekonzern Jenoptik AG, Jena, ist seit Montag erstmals ein ostdeutsches Unternehmen in einem der beiden wichtigsten Börsenbarometer vertreten.Die seit diesem Jahr börsennotierte Jenoptik rückte damit innerhalb von nur sechs Monaten in den M-Dax der 70 wichtigsten Nebenwerte an der Börse in Frankfurt auf.Sie übernimmt den Platz, der nach der Fusion von Krupp mit Thyssen frei wurde.Krupp-Thyssen-Papiere werden künftig im Dax notiert.Dieser wurde am Montag erstmals in der neuen Gewichtung notiert.Im Börsenindex für die 30 großen Aktiengesellschaften, die sogenannten "Blue Chips", wird nun der deutsch-amerikanishe Autokonzern DaimlerChrysler am höchsten gewichtet.Mit einem Dax-Anteil von 11,7 Prozent verdrängt DaimlerChrysler knapp die Allianz-Aktie vom Spitzenplatz.

Zur M-Dax-Notierung der Jenoptik-Aktien sagte ein Unternehmenssprecher: "Wir erwarten jetzt eine höhere Aufmerksamkeit für die Aktie." Der Aufstieg in die zweite Börsenliga beflügelte den Kurs der Jenoptik-Aktie jedoch kaum.Im Vergleich zum Kassakurs am Freitag stieg das Papier am Montag mittag von 37,60 DM auf 39 DM.Zum Schlußkurs von Freitag gab die Aktie bei der Mittagsabrechnung um 0,90 DM nach.

Wie Jenoptik am Montag weiter mitteilte hat sich das Unterehmen aus dem Geschäftsbereich der nicht-optischen Konsumelektronik weitgehend zurückgezogen.Dazu seien die Töchter MBO International Electronic GmbH (MBO) und 4m Multi Media Merchandise Management GmbH (4m), Stuttgart, zur 4MBO, Jena, fusioniert worden, teilte Konzernchef Lothar Späth am Montag in Jena mit.Durch die Fusion sollen keine Mitarbeiter entlassen werden.Die Mehrheit des neugebildeten Tochterunternehmens sei dann an Manager des Unternehmens verkauft worden.Die Jenoptik AG halte über eine andere Tochter noch 44 Prozent der Anteile des neugebildeten Unternehmens.Die 4MBO werde in diesem Jahr mehr als 150 Mill.DM Umsatz erzielen.

Nach Prognosen von Späth wird die Gruppe in diesem Jahr beim Umsatz um bis zu 400 Mill.DM auf etwa drei Mrd.DM zulegen.Erstmals soll eine Dividende gezahlt werden.Für 1999, das laut Späth für das Unternehmen nicht einfach werde, wird ein Umsatz auf Vorjahresniveau erwartet.

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