Wirtschaft : Jenoptik erwartet 2004 Trendwende

Auftragspolster von 2,9 Milliarden Euro – Halbleiterkrise belastet

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Jena (dpa). Ostdeutschlands größter Technologiekonzern Jenoptik ist tiefer in die roten Zahlen gerutscht, rechnet aber mit einer Trendwende 2004. „Wir müssen die Probleme der lang anhaltenden Halbleiterkrise verdauen. In diesem Jahr haken wir das Thema ab“, sagte der neue Vorstandschef Alexander von Witzleben am Donnerstag in Jena nach Vorlage der Ergebnisse für die ersten neun Monate. Bis Ende September vergrößerte sich der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 13,2 Millionen Euro im Halbjahr auf 26,6 Millionen Euro. An der Umsatzprognose für das Gesamtjahr von 2,0 Milliarden Euro nach knapp 1,6 Milliarden Euro 2002 hält von Witzleben fest.

Der 40Jährige, der im Juni die Nachfolge von Lothar Späth an der Spitze des Konzerns mit 10000 Beschäftigten antrat, erwartet ein „starkes viertes Quartal. Wir werden knapp eine Milliarde Euro Umsatz abrechnen.“ Im größten Bereich Reinraumtechnik/Anlagenbau, der weltweit Chipfabriken baut, zeichne sich eine positive Auftragsentwicklung ab. Zuversichtlich für 2004 stimmt den Jenoptik-Chef ein Auftragspolster von 2,9 Milliarden Euro. Nicht festlegen wollte er sich beim Jahresüberschuss 2003. „Wenn alles bestens läuft, ist die Analystenschätzung von 30 Millionen Euro erreichbar.“ Der Vorstandschef verwies indes auf finanzielle Risiken durch weiteren Restrukturierungsbedarf im Anlagenbaugeschäft sowie bei einem Projekt in Malaysia. Die Aktie im Tec-Dax reagierte nur wenig und notierte bei knapp neun Euro.

In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf 933 Millionen Euro. Den Gewinneinbruch begründete von Witzleben mit Sonderaufwendungen im US-Geschäft, Zeitverzögerungen durch Sars und Halbleiterprojekten, „die noch aus schlechten Zeiten stammen“. Im Vorjahreszeitraum hatte das Betriebsergebnis – beeinflusst durch Einnahmen von über 30 Millionen Euro aus dem Verkauf von Anteilen an der Beteiligungsgesellschaft DEWB – noch bei plus 18 Millionen Euro gelegen.

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