Wirtschaft : Jenoptik gibt Bauentwicklung auf

Ziel ist die Konzentration auf die Technologiesparten

JENA (cmk/HB).Auf dem Weg zu einem reinen Technologiekonzern hat die Jenoptik AG, Jena, einen weiteren wichtigen Schritt getan.Der Bereich Development wurde mehrheitlich (74,9 Prozent) an die Tercon Immobilien Projektentwicklungs-GmbH, München, eine Tochter der IVG Holding AG, Bonn, verkauft.Die verbleibenden 25,1 Prozent werden in die Jenoptik-konzerneigene Beteiligungsverwaltungs-Gesellschaft Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungs AG (DEWB), Frankfurt, eingebracht. Er verabschiede sich von diesem Geschäft, das im Rahmen der Sanierung so sichtbare Spuren hinterlassen habe, auch mit einer Träne, sagte Vorstandsvorsitzender Lothar Späth, aber nun passe es nicht mehr zum Kerngeschäft.Das sind die Bereiche Clean Systems Technology mit dem Führungsunternehmen Meissner + Wurst, die Telecommunications Technology mit der Berliner Krone AG an der Spitze sowie die Photonics Technology mit dem Leitunternehmen Jenoptik Extel. Auf dem Weg in diese Spitzengruppe sind die sogenannten neuen Technologien, für die eine führende Gesellschaft noch nicht bestimmt ist.Über die Höhe des Verkaufspreises wollte sich Späth nicht äußern.Er sei für beide Seiten zufriedenstellend gewesen.Zuletzt hatte der Bereich Development mit 80 Mill.DM Umsatz und 2,5 Mill.DM Ertrag vor Steuern zum Konzernergebnis 1997 mit einem Umsatz von 2,7 Mrd.DM und einem Gewinn von 50 Mill.DM beigetragen.Das Planungsvolumen, das jetzt an die Tercon übertragen wird, bezifferte Späth mit 200 bis 250 Mill.DM. Für die IVG soll die Bauentwicklungsgesellschaft in Jena Kompetenzzentrum für die ostdeutschen Aktivitäten werden, sagte Vorstandsvorsitzender Eckart John von Freyend.Übernommen würden die 20 Mitarbeiter sowie einer der beiden Geschäftsführer.Im Auftragsbestand der Tercon befänden sich derzeit Projekte mit einem Volumen von 2 Mrd.DM.Größte Aktivitäten im Osten Deutschlands seien bisher die Entwicklung und der Bau eines Gewerbeparks in Dresden sowie ein Tanklager in Rhäsa/Sachsen.Interessiert sei man an einer Beteiligung am Flughafenausbau Berlin-Schönefeld.Freyend betonte, die IVG sei nicht nur eine Immobiliengesellschaft, sondern auch in den Feldern Logistik und Infrastruktur tätig.Wichtiger als der Umsatz von 800 Mill.DM sei die innere Ertragskraft, die sich an einem Cash-flow von 300 Mill.DM, einem Jahresüberschuß von 60 Mill.DM und einer Eigenkapitalquote von 40 Prozent ablesen lasse. Wie Jenoptik setzt auch IVG auf den Bereich Facility Management, allerdings von der Immobilienentwicklung her, während bei Jenoptik die Erfahrungen der Reinstraumtechnik im Hintergrund stehen.Die dürften auch ausschlaggebend dafür gewesen sein, daß die Tochtergesellschaft Jenoptik Med den Zuschlag des Landes Thüringen zum Bau einer Universitätsklinik erhalten hat, Auftragswert 330 Mill.DM.

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