Wirtschaft : Jenoptik verkauft größten Geschäftsbereich

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Düsseldorf - Der ostdeutsche Technologiekonzern Jenoptik verkauft seinen Bereich Anlagenbau an den Finanzinvestor Springwater Capital. Damit trennt sich das Unternehmen von seinem größten Geschäftsbereich, der bisher etwa zwei Drittel des Umsatzes von rund zwei Milliarden Euro stellt. Jenoptik wird sich künftig auf die profitablere Sparte Photonics konzentrieren, die Laser, Blitzgeräte und Militärtechnik umfasst.

Der Kaufpreis für den in der M+W Zander zusammengefassten Bereich Anlagenbau ist laut der Mitteilung von Jenoptik auf Basis eines Unternehmenswertes von 350 Millionen Euro errechnet worden. Da Springwater aber noch Finanzschulden und Pensionsverpflichtungen in Höhe von jeweils rund 100 Millionen Euro übernimmt, wird Jenoptik laut Angaben des Vorstandes ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag zufließen. Analysten schätzen ihn auf rund 150 Millionen Euro. Jenoptik-Chef Alexander von Witzleben betreibt seit längerem den Verkauf dieser Sparte, die viel Kapital bindet und niedrigere Margen erzielt als die Photonics. Ein Börsengang in Singapur war im Sommer gescheitert.

Als Folge des Verkaufes wird Jenoptik fürdieses Jahr einen Verlust ausweisen. Dies begründet der Vorstand mit einer niedrigeren Bewertung durch verzögerte Projekte und der Abschreibung des bereits verkauften Bereiches Gebäudetechnik. Der Kaufpreis für den Bereich Anlagenbau dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern unter dem Buchwert liegen. Die im Tec-Dax notierte Jenoptik-Aktie reagierte mit einem Plus von 2,5 Prozent und notierte damit bei 7,78 Euro. gil/HB

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