Wirtschaft : Jetzt soll die Fusion die ersten Einsparungen bringen

GRAZ (fmd/HB).Die DaimlerChrysler AG, Stuttgart, hat gestern in Graz, Österreich, die Produktion des geländetauglichen Freizeitfahrzeugs M-Klasse aufgenommen.Genutzt werden dabei Produktionskapazitäten der zur kanadischen Magna-Gruppe gehörenden Steyer-Daimler-Puch AG, Wien, die für den Grand Jeep Cherokee aktuell nicht benötigt werden.Graz ist der erste europäische Standort für die M-Klasse, die seit 1997 in Tuscaloosa, USA, gebaut wird.Das Werk hat heute eine Kapazität von 80 000 Einheiten.Wegen der hohen Nachfrage in Europa soll die M-Klasse jetzt auch in Graz gefertigt werden."Wir haben die Nachfrage dramatisch unterschätzt", sagte Jürgen Hubbert, im Vorstand von DaimlerChrysler für das Mercedes-Benz-Pkw-Geschäft zuständig.Die Absatzentwicklung habe selbst die "Best-case-Szenarien" übertroffen.

Noch 1999 sollen 15 000 Fahrzeuge der M-Klasse in Graz vom Band rollen, für das Jahr 2000 sind 30 000 Fahrzeuge geplant, so daß eine Gesamtkapazität von 110 000 Einheiten zur Verfügung steht.Die Investitionen wurden auf 50 Mill.DM beziffert.Mit dem zusätzlichen Standort will der Konzern die Wartezeit verkürzen, denn aktuelle Bestellungen würden erst im vierten Quartal ausgeliefert, hieß es.Eingespannt sind 65 Zulieferer, die über das "Mercedes-Benz Consolidation Center-America" nahe Tuscaloosa Teile und Module über Bremerhaven nach Graz transportieren.Europäische Zulieferungen wie Motoren und Getriebe werden über ein eigenes Center koordiniert.

In Graz greift DaimlerChrysler auf einen bewährten Partner zurück.Mit der Steyr-Daimler-Puch AG kooperiert das Unternehmen bereits seit 1979.Zunächst wurde die G-Klasse (Geländewagen) von Mercedes-Benz gefertigt, es folgte die E-Klasse 4-Matic.Auch die ehemalige Chrysler Corp.griff bereits auf die Dienste des österreichischen Spezialisten zurück.Seit 1994 werden jährlich 30 000 Grand Jeep Cherokees gebaut sowie in der gemeinsamen Gesellschaft Eurostar 60 000 Chrysler Minivans.

Nur auf den ersten Blick ging es in Graz darum, einen zweiten Produktionsstandort für die M-Klasse einzuweihen.Tatsächlich gilt es, einen Teil der vielbeschworenen Synergieeffekte zu erzielen: Kostenersparnis durch schnelleren Marktauftritt, zusätzliche Umsätze und Erträge.Die Synergieeffekte bezifferte Hubbert auf einen dreistelligen Millionenbetrag."Wir liegen über dem Plan", antwortete er auf die Frage, ob das Synergievolumen von 1,4 Mrd.Dollar in diesem Jahr gestemmt wird.

Mit der gemeinsamen Nutzung von Produktionseinrichtungen sind die Synergien sicherlich noch nicht erschöpft.Größere Kostenvorteile könnten mittelfristig bei der gemeinsamen Verwendung von Einzelteilen erzielt werden.Zur Zeit gibt es kaum Überschneidungen.Das Management betont, daß es an der strikten Markentrennung festhalte.In Graz würden die bei Mercedes-Benz-Fahrzeugen typischen Produktionsmethoden angewendet.Auch die Endkontrolle für Modelle der M-Klasse und des Grand Jeep Cherokees erfolge "streng und getrennt".

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