Wirtschaft : Jezt hat sich auch die Christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) dafür ausgesprochen

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) will ihren Vorschlag für ein Kombilohn-Modell zum Gegenstand der Beratungen im Bündnis für Arbeit machen. CDA-Chef Rainer Eppelmann teilte am Freitag in Königswinter mit, dass das Konzept allen Akteuren der Gespräche zugeschickt worden sei. Dem Vorschlag zufolge soll in einem Einkommens-korridor zwischen 1400 und 1900 DM jeder Arbeitslosenhilfe-Bezieher befristet auf sechs Jahre einen Zuschuss von 20 Prozent erhalten, wenn er eine zusätzlich geschaffene Arbeit aufnimmt. Eppelmann forderte Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) auf, sich angesichts der unverändert hohen Arbeitslosigkeit diesen Vorschlag zu eigen zu machen.

Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeit wird die Zahl der Erwerbslosen in den kommenden drei Jahren um 600 000 sinken. Grund ist nach Angaben der Behörde allerdings allein die zunehmende Überalterung der Gesellschaft, wie die in Essen erscheinende "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet. Immer mehr Ältere gingen in Rente, immer weniger Jüngere kämen neu auf den Arbeitsmarkt. Der Präsident der Bundesanstalt, Bernhard Jagoda, sagte dem Blatt, auch der Rückgang der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr um 200 000 auf im Schnitt 4,1 Millionen sei ausschließlich auf diese Entwicklung zurückzuführen. "Ich rechne damit, dass dies so weitergeht; deshalb werden wir 2002 auf etwa 3,5 Millionen Arbeitslose kommen können", betonte Jagoda.

Die PDS-Vizefraktionschefin Heidi Knake-Werner wertete die Jagoda-Äußerungen als ein "Armutszeugnis" für die rot-grüne Koalition. Jagoda erwarte von der Bundesregierung offensichtlich keine wirksamen Schritte mehr zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, erklärte Knake-Werner in Berlin.

Die Arbeitgeber haben indes ihre ablehnende Haltung gegenüber der Gewerkschaftsforderung nach einer Rente mit 60 erneuert. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, wandte sich in Köln vor allem gegen den Vorschlag, ein niedrigeres Renteneinstiegsalter über Tariffonds zu finanzieren. Dieser würde weitere Abgaben für Arbeitnehmer und Arbeitgeber und damit höhere Lohnzusatz- und Arbeitskosten sowie noch mehr Bürokratie bedeuten. Dies wäre für den Flächentarifvertrag alles andere als Werbung. Kein Unternehmen dürfe aber gezwungen werden, erfahrene Mitarbeiter freizusetzen, weil dies ein Tarifvertrag so vorsehe. Der BDA-Chef bekräftigte auch die bereits im Bündnis für Arbeit geäußerte Bereitschaft, auf freiwilliger Basis in den Unternehmen die betriebliche und private Altersvorsorge zu fördern, damit mehr Menschen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden können. Vor allem die kapitalgedeckte, individuelle Altersvorsorge biete eine tragfähige Option.

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