Wirtschaft : Jil Sander: Zornige Aktionäre über Abfindungsangebot verärgert

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Die freien Aktionäre des Hamburger Modeunternehmens Jil Sander sind über den neuen italienischen Mehrheitsaktionär Prada verärgert. Der Grund: Das Abfindungsangebot an die Vorzugsaktien von 320 Euro entspreche nicht dem tatsächlichen Wert des Konzerns. "Dies ist ein Ausverkaufs-Angebot. Die Kleinaktionäre sollen abgespeist werden", erzürnte sich ein Anteilseigner auf der gestrigen Hauptversammlung. Er forderte, dass die Vorzugsaktionäre einen ähnlich hohen Aktienkurs wie die Firmengründern erhalten sollten. Bezogen auf einen Verkaufserlös von 200 Millionen Mark für das Paket von insgesamt 115 000 Stückaktien (davon 97 000 Stämmen und 18 000 Vorzüge) entspreche dies je Anteil knapp 890 Euro. Andere Aktionäre forderten zumindest eine Abfindung, die an die Börsenemission aus 1989 mit 588 Euro heranrückt. Die Aktie notierte gestern in Frankfurt (Main) unverändert bei 340 Euro. Finanzvorstand Bernhard Wirmer bezeichnete das Angebot hingegen als fair. Es liege erheblich über dem Kurs, den die Designerin erhalten habe. Die Abfindung hätten inzwischen 76 Prozent der außenstehenden Anteilseigner angenommen, heißt es. Börsengerüchte, wonach die Jil Sander-Aktie demnächst vom Kurszettel verschwinden soll, wies Wirmer zurück. Die Firmengründerin verfüge zudem noch über eine Verkaufsoption für ihre restlichen Stammaktien, die sie bis zum 15. September 2001 ausüben kann. Der Konzernumsatz soll im laufenden Geschäftsjahr um zehn Prozent auf 250 (226) Millionen Mark, der Jahresüberschuss ebenso um zehn Prozent auf knapp 9 Millionen Mark klettern.

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