Wirtschaft : Jobs auf Berliner Flughäfen sollen bleiben

BERLIN (sil). Auf Berlins Flughäfen wird es ab 1. Juli keinen zollfreien Einkauf mehr geben. Für Spirituosen, Zigaretten, Süßwaren oder Parfum müssen Kunden künftig Zollgebühren und Verbrauchssteuern zahlen. Das hat die Europäische Kommission am Freitag in Köln beschlossen. Gustav Heinemann, Betreiber der Duty Free Shops auf den Berliner Flughäfen und Präsident des Deutschen Duty Free Verbands, befürchtet den Verlust von mehr als 100 000 Arbeitsplätzen in Europa. Seine rund 100 Angestellten auf den Berliner Flughäfen können jedoch aufatmen. "Wir werden die unbefristeten Arbeitsverträge zunächst nicht kündigen", sagte Heinemann am Montag dem Tagesspiegel. Heinemann kündigte aber an, die befristeten Verträge nicht zu verlängern.

Zusammen mit den Shop-Inhabern will Heinemann neue Ideen für die Zukunft der Geschäfte entwickeln. Pläne dafür habe er bereits in der Schublade. Heinemann, der die Berliner Flughäfen seit 1989 bewirtschaftet, kritisiert die Europäische Kommission: "Die Beschlüsse sind mit der heißen Nadel gestrickt, die Branche muß sich erst mit den neuen steuerlichen Regelungen vertraut machen." Bis zuletzt hatten die Befürworter des zollfreien Handels auf eine zweijährige Verlängerung gehofft, für die sich vor allem Frankreich, Großbritannien und Deutschland stark gemacht hatten. Am Freitag konnte sich jedoch Dänemark mit seinem Veto durchsetzen.

Bereits 1991 hatte die Europäische Gemeinschaft beschlossen, den Duty Free Verkauf auslaufen zu lassen. Seitdem galt eine Übergangsregelung. Die Kommission will mit der Entscheidung Wettbewerbsverzerrungen verhindern und ihre Steuereinnahmen erhöhen. Auf Butterfahrten und zollfreie Einkäufe in der Luft müssen Schnäppchenjäger aber trotzdem nicht verzichten. Da die Abschaffung des Duty Free Verkaufs nur für Länder der Europäischen Union gilt, wird es weiterhin Butterfahrten in die Tschechische Republik oder nach Polen geben. Auch auf Helgoland darf weiterhin zollfrei eingekauft werden.

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