Wirtschaft : Jobs bleiben das größte Problem

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Berlin Mit der im Schnitt immer älteren Bevölkerung in Deutschland wird es auch weniger Erwerbsfähige geben. Schrumpfen damit automatisch die Arbeitslosenzahlen? Das sei ein Trugschluss, sagte Patrick Liedtke, Mitglied des Exekutivkomitees des Club of Rome, auf einer Arbeitsmarkttagung der Deutschen Bahn am Mittwoch in Berlin. Das Problem der Arbeitslosigkeit werde bleiben – auch wenn die Zahl der Erwerbsfähigen bis 2050 um etwa 30 Prozent zurückgehen werde.

Der Politik bleibt also nichts anderes übrig, als weiter nach Wegen zu suchen, die Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitskräfte in Deutschland zu stärken. Und da schlägt die Wissenschaft Alarm. Laut Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist der Vorsprung Deutschlands bei höheren Qualifikationen geschrumpft, während der Anteil von Schulabgängern ohne ordentlichen Abschluss steigt. Liedtke wiederum verwies auf schrumpfende Zahlen bei Hochschulabsolventen insgesamt und auch bei wissenschaftlich-technischen Absolventen. Dabei brauche gerade Deutschland Hochqualifizierte, um sich als rohstoffarmes Land behaupten und seine relativ hohen Löhne leisten zu können, sagte Liedtke. Aber bis der Rückfall wieder ausgeglichen ist, könne es lange dauern. Liedtke rechnet mit „vielleicht 20 Jahren“.

Aber auch der Blick auf das Alter müsse sich ändern und länger gearbeitet werden, forderte Liedtke. „Die Statistik von 1880 war die Grundlage bei der Einführung der Sicherungssysteme“, sagte er. Die durchschnittliche Lebenserwartung habe damals bei 44 Jahren gelegen, das Renteneintrittsalter bei 64 Jahren. Hätte man den gleichen Abstand zwischen Lebenserwartung und Renteneintritt weiter aufrecht erhalten, dann gäbe es Rente heute erst für die Über-90-Jährigen. Statt dessen wurde die hinzugewonnene Lebenszeit komplett als Ruhephase verbucht. hop

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