Wirtschaft : Jobs sichern nicht mehr den Lebensunterhalt

Sozialhilfe als Einnahmequelle FRANKFURT (MAIN) ((AP)).Immer weniger Bundesbürger sorgen mit eigener Arbeit vollständig für ihren Lebensunterhalt.Die Bedeutung von Sozialleistungen, Renten, familiärer Unterstützung und anderen Einnahmequellen steigt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Frankfurt (Main) mitteilte.Die Gründe sind vielfältig: wachsende Arbeitslosigkeit, mehr Teilzeitstellen und der immer größere Anteil von Rentnern an der Bevölkerung.Besonders die Kombination aus sinkender Erwerbstätigkeit und mehr alten Menschen ist für den Präsidenten des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, eine Tatsache, an der die Sozialsysteme nicht vorbeikommen.1991 war der Job noch für 45 Prozent Hauptverdienstquelle, 1997 nur noch für 41 Prozent.Die Erwerbstätigkeit sank im selben Zeitraum im Westen um 1,6 Prozent, im Osten sogar um 15 Prozent.Immer mehr haben nur noch Arbeit, die nicht genug zum Leben bringt: Die Zahl der 620-Mark-Jobs (520 DM im Osten) stieg von 1,2 auf mindestens 1,9 Mill.(drei Viertel davon Frauen), die Teilzeitquote kletterte von 14 auf 18 Prozent (88 Prozent davon Frauen).Auf immer weniger voll erwerbstätige Beitragszahler kommen immer mehr Rentner.Von 1991 bis 1997 stieg ihr Anteil um zwölf Prozent, die Zahl der Kinder und Jugendlichen nahm bundesweit aber nur ein Prozent zu.Im Osten gibt es heute wegen rapider Geburtenrückgänge 16 Prozent weniger unter 20jährige als nach der Wende.Diese Trends seien seit Jahren erkennbar und könnten auch von Politikern nicht schöngeredet werden, warnte Hahlen.Allein den meist kinderreicheren ausländischen Zuwanderern sei zu verdanken, daß der Alterungsprozeß nicht noch stärker sei.Zu lösen sei das Problem mit Zuwanderung allein aber nicht.Die Zahl der Ausländer stieg von 1991 bis 1997 um 28 Prozent auf 7,4 Millionen, 97 Prozent davon leben in Westdeutschland.Die Bevölkerung insgesamt wuchs um drei Prozent auf 82 Millionen Menschen.

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