Wirtschaft : Jobvermittlung in Berlin-Ost am teuersten

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Berlin Die Mittel für Eingliederungsmaßnahmen von Arbeitslosen sind offenbar in vielen Fällen „nicht gut angelegt“, das kritisiert zumindest das Institut der Deutschen Wirtschaft, Köln (IW). „Die Maßnahmen werden nicht nur dort gefördert, wo sie am meisten nützen, sondern allzu oft nach politischen Gesichtspunkten verteilt“, sagte Holger Schäfer, Arbeitsmarktexperte beim IW. Denn es sei oft reine Verhandlungssache der Bezirke, wie viel Geld sie zur Verfügung gestellt bekommen würden.

2003 haben die Arbeitsagenturen fast 21 Milliarden Euro für die aktive Arbeitsmarktpolitik wie etwa ABM und Eingliederungszuschüsse ausgegeben – rund 45 Prozent der Beiträge, die die Bundesagentur jährlich einnimmt. Somit wende im Schnitt eine Arbeitsagentur 33400 Euro auf, bis sie einen Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt eingegliedert habe, sagt Schäfer. Allerdings gebe es verschwenderische und sparsame Agenturen. So wende die Arbeitsagentur Karlsruhe nur 6900 Euro auf, während Berlin-Ost mit 85400 Euro den Höchstwert erreiche. „Diese Bezirke sind überhaupt nicht zu vergleichen, da die Situation auf dem Arbeitsmarkt völlig unterschiedlich ist“, sagte eine BA-Sprecherin dazu. In Karlsruhe liegt die Arbeitslosenquote bei 6,7 Prozent, in Berlin-Ost bei 18,6 Prozent.

IW-Arbeitsmarktexperte Schäfer hält dagegen, dass die Eingliederungskosten auch in Bezirken, die eine ähnliche Arbeitslosenquote haben, extrem variieren würden. So gebe etwa die Agentur Mainz pro Eingliederung 18900 Euro mehr aus als andere Bezirke mit einer vergleichbar hohen Arbeitslosigkeit. Deshalb fordert Schäfer, die effizienten Arbeitsagenturen stärker zu fördern. Würde den zu teuren Ämtern zehn Prozent des Budgets gekürzt und die frei werdenden Mitteln an die preiswerteren Vermittlungsstellen verteilt, dann könnten 20000 Arbeitslose mehr eingegliedert werden. dro

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