Wirtschaft : Jubel der Mannesmann-Aktionäre

DÜSSELDORF (AP).Bestnoten vom Aufsichtsrat, Applaus von den Aktionären: Über mangelndes Lob brauchte sich der scheidende Vorstandsvorsitzende der Mannesmann AG, Joachim Funk, am Freitag bei der Hauptversammlung in Düsseldorf kaum beklagen: "In den vergangenen fünf Jahren ist der Marktwert unseres Unternehmens um das Siebenfache gestiegen.An diesem Mehrwert haben Sie entscheidenden Anteil", zollte der Aufsichtsratsvorsitzende Hilmar Kopper dem Mannesmann-Chef Anerkennung.Funk wechselt mit Ende des Aktionärstreffen in den Aufsichtsrat und übergibt seinen Posten an Finanzvorstand Klaus Esser.

Seit 1994 habe Mannesmann einen solchen Wandel vollzogen, daß ein Beobachter den Konzern nicht mehr wiedererkennen würde.Gemessen am Umsatz sei mehr als ein Drittel des Unternehmens neu geordnet worden, betonte Kopper.Allein die Telekommunikationssparte steuert inzwischen gut zwei Drittel des Konzernergebnisses bei.Mit Topzukäufen in der Telekommunikation krönte Funk den Abschluß seiner Karriere als Vorstandschef: die Mehrheitsübernahme beim italienischen Mobilfunknetz Omnitel und der vollständige Erwerb der Festnetzgesellschaft Infostrada für insgesamt rund 15 Mrd.DM.Im laufenden Jahr, so Funk, will der Konzern den Umsatz um 21 Prozent auf rund 45 Mrd.DM steigern.

Anneliese Hieke von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre griff nicht zur roten Karte, wie einen Tag zuvor bei der Hauptversammlung der Telekom: "Ihre Brötchen bekommen wir, wenn sie eine Kruste haben, und nicht mehr teigig sind", lobte sie die Politik des Mannesmann-Vorstands.Mannesmann "ist ein Champion, da frohlockt das Herz und der Geldbeutel", meinte ein Aktionärssprecher der Deutschen Bank.In den vergangenen fünf Jahren glänzte die Mannesmann-Aktie mit Kursprüngen.Allein 1998 konnten sich die Aktionäre laut Funk über einer Kurssteigerung von 112 Prozent freuen.Während die Aktionäre feiern, ist die Stimmung unter den Beschäftigten der Mannesmann Präzisionsrohr GmbH gedrückt.Am Versammlungsort protestierten sie gegen die Schließung des Standortes Remscheid: "Eine ganze Region geht für Eure Dividende unter", hieß es auf einem Transparent.

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