Jubiläum : Air Berlin: Vor 30 Jahren abgehoben

Auch Schwierigkeiten im wirtschaftlichen Umfeld können die Stimmung bei der Jubiläumsparty nicht trüben: Air Berlin feiert im Berliner Estrel mit Kerner und Kanzlerin Geburtstag.

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Die Kanzlerin gratulierte Konzernchef Joachim Hunold persönlich. -Foto: dpa

Berlin - Zum Jubiläum war sogar Air-Berlin-Gründer Kim Lundgren gekommen. Vor 31 Jahren hatte der Amerikaner die heute zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft gegründet, auf den Tag genau vor 30 Jahren ließ er die erste Boeing von Berlin nach Palma de Mallorca fliegen. Im Juli 1978 hatten Lundgren und John D. MacDonald Air Berlin Inc. als Charterfluggesellschaft eintragen lassen – nicht in Berlin, wie der Name vermuten lässt, sondern im US-Bundesstaat Oregon. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg durften nur die Siegermächte Berlin anfliegen. „Air Berlin wurde zu einer Zeit gegründet, als die Rahmenbedingungen ähnlich bescheiden waren wie heute“, sagte der heutige Air-Berlin-Chef Joachim Hunold am Dienstagabend auf der Geburtstagsgala der Gesellschaft im Berliner Hotel Estrel.

Mit Krisen hat Hunold reichlich Erfahrung. Der Selfmademan, der seine Karriere als Gepäckpacker beim Ferienflieger LTU begann und Air Berlin 1991 kaufte, hat die Fluggesellschaft durch turbulente Zeiten geführt: 2006 hatte Hunold das Unternehmen mühsam an die Börse gebracht, im gleichen Jahr die dba gekauft, 2007 auch seinen früheren Arbeitgeber LTU. Von weiteren Wachstumsplänen musste sich die Airline, der eine Investmentbank vor einem Jahr schon die Pleite prophezeit hatte, angesichts des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds vorerst verabschieden. Doch das ficht Hunold nicht an. „Wir lassen uns nicht so leicht umwerfen.“ Er wird noch viel Standvermögen brauchen. Denn die Buchungszahlen waren zuletzt als Folge der globalen Wirtschaftskrise deutlich zurückgegangen.

Die Stimmung bei der Jubiläumsparty konnte das nicht trüben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überbrachte „die Glückwunsche von 80 Millionen Deutschen“. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wünschte sich von der „Nummer eins“ in Berlin, dass immer genug Currywurst an Bord sei. Unter den Gästen waren auch die rund 2000 Mitarbeiter sowie zahlreiche Prominente. Johannes B. Kerner, dessen langjähriger Werbevertrag mit Air Berlin gerade ausgelaufen ist, moderierte die Gala.

Als Geburtstagsgeschenk hatte sich Hunold bereits am Morgen in Düsseldorf die Eröffnung eines neuen Terminals gegönnt. Auch das Kartellamt gratulierte: Am Dienstag genehmigte die Behörde den Einstieg der türkischen ESAS-Holding bei Air Berlin. pet

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