Jubiläum : Mythos Deutsche Bundesbank feiert Fünfzigsten

Vor 50 Jahren wurde die Bundesbank gegründet, um die Inflation abzuwenden. Heute steht sie in der Kritik und ihre Daseinsberechtigung wird zunehmend in Frage gestellt. Auch Stellenabbau und Sparmaßnahmen sowie der geplante Neubau in Berlin werde nicht gerne gesehen.

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Bundesbank plant Umzug von Frankfurt/Main nach Berlin. -Foto: ddp

Frankfurt/MainMit einem ganz normalen Arbeitstag hat die Deutsche Bundesbank ihren 50. Geburtstag begangen. Die unter Sparzwang stehende Notenbank mit Sitz in Frankfurt verzichtete auf große Feierlichkeiten. Stattdessen werden in den kommenden Wochen die neun Hauptverwaltungen in den Bundesländern zu Bürgerfesten unter dem Motto "50 Jahre stabiles Geld für Deutschland und Europa" einladen, teilte die Bundesbank mit. Bundesbank-Präsident Axel Weber zog zum Jubiläum eine positive Bilanz: "Die Gewährleistung von Geldwertstabilität war der Auftrag der Bundesbank, den sie stets beharrlich, zielstrebig und überaus erfolgreich erfüllt hat."

Am 1. August 1957 nahm die neu gegründete Deutsche Bundesbank ihre Arbeit auf. Ihr Auftrag lautete, Inflation zu verhindern. Die nationale Notenbank legte den Leitzins fest und agierte als Hüterin der Währung. Sie stand für die Härte der D-Mark und das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit. Doch mit der Einführung des Euro verlor die Bundesbank ihre vornehmste Aufgabe an die Europäische Zentralbank (EZB). Seitdem droht der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.

Festakt mit Angela Merkel

Sparprogramme und Stellenabbau überschatten den 50. Geburtstag. Die Mitarbeiterzahl soll von heute 10.970 Mitarbeiter auf 9000 reduziert werden. Manche Beobachter halten die Notenbank bereits für überflüssig. Der Steuerzahlerbund und Bankexperten kritisierten den großen Verwaltungsapparat der Notenbank und den Neubau des Berliner Standortes.

Als Verdienst der Bundesbank gilt neben der Stabilität des Geldes auch die reibungslose Einführung des Euro-Bargelds am 1. Januar 2002 in Deutschland. Standhaft gegen Begierden der Politiker hat die Notenbank im Lauf der Jahrzehnte den nationalen Goldschatz verteidigt, der in den Tresoren lagert. Die Notenbank versorgt zudem die Wirtschaft mit Bargeld und wirkt bei der Bankenaufsicht mit. Für den größten Skandal sorgte Präsident Ernst Welteke, der 2004 nach einem Aufenthalt im Berliner Luxushotel Adlon auf Kosten der Dresdner Bank zurücktreten musste.

Zum Jubiläum leuchteten in der Nacht zum Mittwoch die Fenster des 13-stöckigen Frankfurter Hauptgebäudes als überdimensionale Zahl 50. Mitte August wird es eine Sonderbriefmarke und eine Sondermünze geben. Und am 20. September wird dann doch gefeiert bei einem Festakt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. (mit dpa)

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