Wirtschaft : Jubiläumsjahr beschert RWE einen Rekordgewinn

ESSEN (dpa).Der RWE-Konzern hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 1997/98 (30.Juni), zugleich auch das 100.Jahr seines Bestehens, sein Ergebnis um neun Prozent auf die neue Rekordmarke von 1,4 Mrd.DM gesteigert.Wie das Unternehmen am Donnerstag in einer ersten Übersicht berichtete, verzeichneten vor allem die Bereiche Energie, Bergbau und Rohstoffe sowie Mineralöl und Chemie deutliche Ergebniszuwächse.Der Konzernumsatz lag mit 72,2 Mrd.DM nur wenig über dem Niveau des Vorjahres.Vom Aktienmarkt wurde die Gewinnsteigerung zunächst nicht honoriert."Das war weniger als wir erwartet hatten", sagte ein Händler in Frankfurt.Bis zum Mittag verbilligten sich RWE-Titel um 2,30 Prozent auf 106 DM.In der Telekommunikation, die nach den Planungen des Unternehmens erst im Geschäftsjahr 2000/2001 in die Gewinnzone kommen soll, nahmen die Anlaufverluste weiter zu.Nach dem Verkauf der Talkline-Gruppe verringerte sich der Umsatz um 80,5 Prozent auf 200 Mill.DM.

Im Entsorgungsbereich fielen hohe Aufwendungen für die Sanierung des Osteuropageschäfts und die Restrukturierung im Inland an.Der Baubereich konnte sein Ergebnis leicht verbessern, während die Umsätze um 20,6 Prozent auf 6,1 Mrd.DM zurückgingen.Die Entwicklung des Konzerns sei planmäßig verlaufen, sagte ein Unternehmenssprecher.Die Konzerninvestitionen, die im Jahr zuvor durch das Engagement bei der Telekommunikationsgesellschaft Otelo in Höhe von 3,6 Mrd.DM auf den Stand von knapp 9,95 Mrd.DM geklettert waren, gingen im Berichtsjahr um 28 Prozent auf 7,2 Mrd.DM zurück.Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich um acht Prozent auf 147 300.

Die Neuordnung der Stimmrechtsverhältnisse im RWE-Konzern und damit die Abschaffung der Mehrstimmrechte der beteiligten Kommunen war bereits am Mittwoch ins Handelsregister eingetragen worden.Durch den Verkauf der Umwandlungsscheine, mit deren Hilfe rund 135 Mill.stimmrechtslose Vorzugsaktien in die teureren Stammaktien umgetauscht werden konnten, sei ein Erlös von 1,425 Mrd.DM erzielt worden, berichtete der Sprecher.Damit wurde der von den kommunalen Aktionären als Gegenleistung für die Umwandlung ihrer mit einem bis zu 20fachen Stimmrecht ausgestatteten Namensaktien in Papiere mit einfachem Stimmrecht geforderte Mindesterlös um 275 Mill.DM übertroffen.Der Kaufpreis für die Umwandlungsscheine war zuvor in einer Art Versteigerung ermittelt worden.Der Erlös kommt den kommunalen Aktionären des Konzerns zugute, die mit diesem Verzicht auch ihre bisherige 57prozentige Mehrheit in der Hauptversammlung des Konzerns aufgegeben haben.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben